Keine Gefängnisstrafe für Fler: Berliner Gericht verurteilt den Rapper zu 10 Monaten Bewährung

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Der Berliner Rapper Fler wurde am Mittwoch vom Amtsgericht Berliner Tiergarten zu zehn Monaten auf Bewährung und einer Geldbuße von 10.000 Euro verurteilt. Zuvor wurde er wegen mehrfacher Beleidigung, versuchter Nötigung, Fahrens ohne Fahrerlaubnis sowie Beihilfe zu verbotener Mitteilung aus Gerichtsverfahren angeklagt.

Staatsanwaltschaft forderte Gefängnisstrafe

Zufrieden ist die Staatsanwaltschaft mit dem Urteil sicherlich nicht. Das Strafmaß, das von ihr gefordert wurde, betrug ein Jahr und zehn Monate Haft ohne Bewährung. Begründet wurde dieses Strafmaß mit der Aussage, dass bei dem Rapper keine positive Prognose in Sicht sei und dieser sich auch in Zukunft nicht an die Regeln eines friedlichen Miteinanders halten werde. Im Nachhinein kommentierte der Verteidiger von Fler, Prof. Stefan König, den Versuch der Staatsanwaltschaft, den Rapper hinter Gittern zu bringen, folgendermaßen: „Als Tiger gestartet, als Bettvorleger gelandet.“

Fler bei Urteilsverkündung nicht anwesend

Als die Urteilsverkündung ausgesprochen wurde, war Patrick Losensky, wie der Musiker mit bürgerlichem Namen heißt, gar nicht anwesend. Einen Monat zuvor verließ der Rüpel-Rapper wutentbrannt den Gerichtssaal, nachdem eine Zeugenaussage eines Journalisten ihn negativ gestimmt hatte. Auch die Bemühungen seines Verteidigers, ihn wieder in den Gerichtssaal zu bringen, blieben erfolglos. Der weitere Prozess fand ohne die Anwesenheit des Rappers statt.

In dem Prozess wurden zunächst mehrere Anklagen zusammengefasst. Einige wurden inzwischen abgetrennt. So ging es zuletzt etwa nicht mehr um die mutmaßliche Beleidigung des Rappers Bushido. Diesen soll Fler im Internet vermehrt als „Bastard“ und „ekeligen Hund“ bezeichnet haben.

Bei einer dieser Anklagen handelte es sich um eine Verkehrskontrolle vom 22. September 2019. Bei der damaligen Kontrolle verlor der Rapper die Fassung, nachdem er sich von den jeweiligen Beamten unfair behandelt fühlte. Anschließend wurden ihm Handschellen angelegt. Der gesamte Tatvorgang wurde von der Verlobten des Rappers mit einer Handykamera gefilmt.

Ein weiterer Anklagepunkt hing ebenfalls mit einer Verkehrskontrolle zusammen. Hier wurde der Rapper erwischt, wie er ohne eine gültige Fahrerlaubnis ein Kraftfahrzeug führte. Sein Verteidiger wies jedoch auch diese Anschuldigung zurück:

 „Das ist tatsächlich etwas unglücklich verlaufen aus Sicht des Angeklagten. Er erhielt ein Schreiben, dass er den Führerschein abholen kann. Tatsächlich ist dieser ihm aber nicht ausgehändigt worden, weil ein polizeiliches Ermittlungsverfahren wegen Fahrens ohne Führerschein geführt wurde, obwohl die Tat auf einem abgeschlossenen Privatgrundstück stattgefunden hatte. Der Tatvorwurf wurde also völlig zu Unrecht erhoben, aber deshalb wurde ihm der Führerschein nicht ausgehändigt. Zwei Monate lag die Strafanzeige ohne Bearbeitung rum, erst dann erfuhr er überhaupt von dem Vorwurf. Da war das Kind längst in den Brunnen gefallen.“

Vor wenigen Tagen sorgte Fler unter anderem für Aufsehen, als er seinem Erzfeind Bushido nach Jahren der Verfeindung ein Friedensgebot unterbreitete und ihm anbot das Kriegsbeil zu begraben.


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