Fler erneut vor Gericht: „Das soll Rechtsstaat sein? Ich geh‘ nach Hause, Mann!“

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Am 27. Januar startete der dritte Prozesstag von Rapper Fler (bürg. Patrick Losensky), der sich wegen einer Reihe von Anklagepunkten vor dem Berliner Amtsgericht Tiergarten verantworten muss. Während er zu Beginn des Prozesses im November noch Schweigen als Taktik benutzte, scheint diese Vorgehensweise in den beiden vergangenen Verhandlungstagen immer mehr ins Bröckeln zu geraten. Hauptsächlich wegen mangelnder Selbstkontrolle – oder ist doch alles nur Promo?

Fler verliert im Gerichtssaal die Nerven

Am zweiten Prozesstag versuchte sich Losensky noch so gut es ging im Zaum zu halten. Belastende Zeugenaussagen tat er als „krasse Lügen“ ab und wurde dafür auch mehrmals von der Richterin verwarnt. Am gestrigen Verhandlungstag riss dem Berliner dann jedoch endgültig der Geduldsfaden. Nachdem er einen Journalisten lautstark aufforderte, den Gerichtssaal zu verlassen stellte er der Staatsanwältin ein Ultimatum: „Entweder der verschwindet oder ich gehe!“ Nachdem diese keinen triftigen Grund darin sah dieser Forderung nachzugehen, verließ der Rapper nach einer hitzigen Diskussion aufgelöst den Raum.

Hintergrund dieser Aktion seien wohl Aussagen, die der als Zeuge anwesende Journalist Sebastian Leber in der Vergangenheit tätigte. Dabei soll es vor allem darum gehen, das der Rapper den 42-Jährigen mehrmals beleidigt und bedroht habe, weil dieser einen Beitrag über ihn veröffentlichte, der ihm missfiel. Entgegen der Anschuldigungen wich der Musiker auf seine künstlerische Freiheit aus und sprach sich somit von jeglicher Schuld frei. Eine Aussage, die auch die Richterin nicht ganz durchdringen wollte. „Sie meinen, das ist die Verwirklichung künstlerischer Freiheit?“ Daraufhin entgegnete er wütend: „So ein Blödsinn, mir reicht’s!“. Nachdem Flers Verteidiger vergeblich versuchte den Rüpel-Rapper zu Vernunft zu bringen und wieder in den Gerichtssaal zu schaffen, wurde die Verhandlung ohne ihn fortgesetzt. Zu einem Urteil kam das Berliner Amtsgericht Tiergarten jedoch noch nicht.

Eine Akte die über die vergangenen Jahre stark gewachsen ist

Neben Anklagepunkten wie Beleidigung und Drohungen werden dem Deutschrapper auch das Fahren ohne Fahrerlaubnis, Verkehrsdelikte, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, verbotene Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen und Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes sowie Körperverletzung angehängt. Neben weiteren Zeugen sollten ursprünglich auch Bushido und seine Gattin Anne-Marie Ferchichi zu Gericht geladen werden. Allerdings wurden diese wenige Tage vor Beginn der Verhandlung wieder ausgeladen.


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