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Bushido weinend vor Gericht: „Ich hätte alles viel früher beenden sollen“

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Damit hat in diesem Prozess wohl niemand gerechnet. Rapper Bushido, der bei seinen Aussagen in dem Gerichtsverfahren gegen seinen ehemaligen Freund und Geschäftspartner Arafat Abou-Chaker stets die Haltung bewahrte, brach nun vor Gericht in Tränen aus. Dabei berichtet er von der gefährlichen Lage, in der sich seine Familie nach der Trennung von Arafat Abou-Chaker befand.

Bushido schwieg aus „Angst und Ehre“

Der 25. Prozesstag der Verfahrens, bei dem es um räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung, ausgeübt durch Arafat und seine Brüder, geht, begann für den Rapper und alle Anwesenden zunächst unspektakulär. Gerichtliche Formalitäten zogen das Verfahren zu Beginn in die Länge. Als es dann mit Bushidos Aussage zu den Hauptanklagepunkten weiterging, wurde es plötzlich sehr emotional. Im Mittelpunkt des Prozesses steht ein Vorfall, der sich am 18. Januar 2018 zugetragen haben soll. Arafat und seinen Brüdern wird vorgeworfen, den Rapper eingesperrt, bedroht und unter anderem mit einer Wasserflasche attackiert zu haben. Der Richter wollte in diesem Zusammenhang wissen, wieso Bushido bei Gesprächen mit der Polizei, die von 2013 bis 2018 hin und wieder stattfanden, nie von derartigen Bedrohungen erzählt habe. Die Gründe hierfür waren offenbar „Angst und Ehre“.

Der Rapper gibt sich reumütig

Die Aussagen, die Bushido ab diesem Punkt machte, brachten einige Zuschauer*innen im Gerichtssaal zum Staunen. Dieser erklärte dem Richter: „Ich wollte nie Angaben machen. Das war eine bewusste Entscheidung. Ich wollte diese Lawine nicht in Gang setzen und gegen Arafat und seine Brüder Anzeige erstatten.“ Überhaupt sei eine Kooperation mit der Polizei in der Rap-Szene ja eigentlich verpönt. Als er und seine Frau Anna-Maria Ferchichi letztlich von zwei verschiedenen Quellen erfuhren, dass die Abou-Chakers wohl eine Entführung der Kinder und eine Säureattacke auf Bushidos Frau planten, habe bei dem Musiker ein Umdenken stattgefunden, worauf er sich mit der Polizei in Verbindung setzte.

Wortwörtlich sagte er: „Mein ganzes Leben hatte dazu geführt, dass meine Kinder und meine Frau heute mit der Polizei durch die Gegend fahren. Ich sagte aus. Ich war offen und ehrlich und habe mich selber belastet.“ Den Tränen nahe, berichtete er dem Richter außerdem: „Als die Polizei zu mir und meiner Familie nach Hause kam, musste ich erstmal nach oben gehen. Ich rappe jahrelang „Ich f*** das LKA“ und die passen dann auf meine Familie auf.“ Die emotionalen Aussagen des Rappers wurden im Gerichtssaal von Schweigen begleitet. Nicht einmal die Abou-Chaker-Brüder fielen dem Rapper ins Wort.

Der Einzige, der sich amüsiert, ist Fler

Einer, dem dieser emotionale Ausbruch offenbar Freude bereitete, ist Bushidos Ex-Kumpel Fler. Dieser verfasste in seiner Instagram-Story den Kommentar „Nicht Sonny Black sondern #SonnyFlennt“. Mit Sonny Black ist Bushidos Alter Ego gemeint. Den Namen trug er auch bei gemeinsamen Musikprojekten mit Fler. Dieser nahm wiederum vor kurzem einen anderen Erzfeind Bushidos bei seinem Label Maskulin unter Vertrag: den Rapper Bass Sultan Hengzt.


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