Kim Petras: Erste Transfrau an der Spitze der amerikanischen Charts


Geboren in Köln, aufgewachsen im rheinischen Ückerath. Und jetzt zusammen mit UK-Crooner Sam Smith in vielen Ländern auf der Eins

Die Single-Charts des US-Magazins „Billboard“, kurz „Hot 100“ genannt, warten in dieser Woche mit einer ganz besonderen Nummer eins auf: Der Song „Unholy“ von Sam Smith und Kim Petras, die damit Steve Lacys Funk-Slammer „Bad Habit“ von der Pole Position verdrängen.

Die „Numer One“ für „Unholy“ ist in der langen Geschichte der US-amerikanischen Hitlisten eine durchaus historische Notierung: Sam Smith ist die erste nicht-binäre Person und Kim Petras die erste Transperson an der Spitze des Tableaus.

„Ich bin sooo dankbar“, freute sich Petras via Instagram. Mit ihrer erfolgreichem Duett-Projekt steht sie für ein weiteres Statistik-Highlight: Petras ist die fünfte deutsche Person (nach Nena, Scorpions oder Kraftwerk) auf dem ersten Platz der US-Billboard-Charts. Sie wurde im August 1992 in Köln geboren, und wuchs im rheinischen Umland-Städtchen Uckerath auf.

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Ihr Track marschierte via TikTok an die Spitze, auch die Hit-Radios schwenkten ein. „Unholy“ steht auch in anderen Ländern auf Eins, so in Australien, Kanada und in Smith‘ Heimatland Großbritannien.

Die Rheinländerin flog mit 19 Jahren erstmals an die Westcoast, um sich ihren musikalischen Traum zu verwirklichen. Wie sie im Interview mit dem US-Promi-Magazin „People“ verriet, war die Anfangszeit in Los Angeles nicht immer easy.

Einige Labels und Managements hatten große Vorbehalte wegen ihrer Trans-Identität. Doch nach über zwei Jahren Klinkenputzen und Songs aufnehmen erhielt sie einen Vertrag bei Republic Records, einer Art „farmteam“ des weltgrößten Majors Universal Music.

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2019 erschien Petras‘ Debütalbum mit millionenfachen Streams. „Es gab schon immer unglaubliche und talentierte trans-Künstler, und sie wurden meistens mit Staub bezahlt“, sagte Petras gegenüber „People“.

Ihr Duett-Partner Sam Smith aus der englischen Kleinstadt Bishop’s Stortford verkündete im Jahr 2017, dass er sich „weder männlich noch weiblich identifiziert“. Seit 2019 bezeichnet sich Smith als „non-binär“. Eine Definition, der auch der offizielle britische Musikpreis „Mercury“ seit 2022 folgt. Dort werden keine geschlechts-spezifische Auszeichnungen mehr vergeben.

Republic Records gehört dem vielfach kritisierten Produzenten Lukasz „Dr. Luke“ Gottwald, der an fast allen Songs, die Petras veröffentlicht hat, als Autor und Produzent beteiligt ist. Der „extreme pop“, für den Kim Petras steht, wird also auch künftig auch mit allerlei (Business-)Aufregung verbunden sein.

In einem Gespräch, dass Petras wiederum mit „People“ auf dem roten Teppich der „MTV EMAs 2021“ führte; sprach sie über ihre Gefühlswallungen: „Ich bin sehr aufgeregt, weil ich die ganze Zeit eine komplett unabhängige Künstlerin war. Und nun stehe ich vor meinem ersten offiziellen Debütalbum, an dem einige mitgewirkt haben. All die Songs, die ich vorher gemacht habe, waren offenbar nur ein Aufwärmprogramm.“