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ECHO 2018: Klaus Voormann gibt den Preis für sein Lebenswerk zurück

Selten bot die ECHO-Verleihung im Nachgang so viel Gesprächsstoff. Zur Kontroverse um Kollegah, Farid Bang und die geschmacklose Auschwitz-Zeile, die auf ihrem seit vergangener Woche ECHO-prämierten Album JBG3 zu hören ist, konnte man in den vergangenen Tagen die verschiedensten Stimmen vernehmen. Auf unterschiedlichen Nachrichtenseiten wird über den Umgang mit Künstlern diskutiert, die mit solchen Textzeilen Aufmerksamkeit generieren wollen, der für den ECHO zuständige Verband hat am Sonntag eine Überarbeitung der Regeln angekündigt.

Der Preis sei eine „große Enttäuschung“

Nun melden sich zwei ECHO-Preisträger, die ihre Auszeichnungen zurückgeben möchten. Klaus Voormann erhielt am vergangenen Donnerstag den Preis für sein Lebenswerk als Musiker und Grafiker, überreicht wurde die Trophäe von Wolfgang Niedecken. Voormann, 79, freute sich vor allem darüber, dass er nicht nur für Verkaufszahlen, sondern für seine Leistung auf die Bühne geholt wurde.

In einem am Montag veröffentlichten Statement bezeichnet Voormann, der 1967 den Grammy für das beste Schallplattencover gewann, seinen ECHO aber als „große Enttäuschung“ und kündigt an, seine Auszeichnung zurückzugeben. Grund für diesen Schritt ist der ECHO-Sieg von Farid Bang und Kollegah, auf deren Bonus-Track zum Album JBG3 sich die umstrittene Zeile „mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen“ befindet. Voormann habe sich laut eigenen Aussagen bewusst einige Tage Zeit für die Entscheidung genommen, er wollte sich zuerst genauer mit den Texten der Rapper befassen. Die „martialische Performance“ der Rapper bei der Veranstaltung kritisierte er ebenfalls.

Campino fand bereits während der Show kritische Worte

Bereits am Wochenende hat das Notos Quartett, die 2017 den Nachwuchspreis bei der separaten Verleihung ECHO Klassik gewannen, ihren Preis zurückgegeben. Sie begründeten diesen Schritt ebenfalls mit Protest gegen den Sieg von Kollegah und Farid Bang. „Die Tatsache, dass nun eben dieser Preis offenen Rassismus toleriert, ihm gar eine Plattform bietet und ihn auszeichnet, ist für uns nicht tragbar. Über die Entscheidung der Verantwortlichen, antisemitisches und menschenverachtendes Gedankengut sowie die Verhöhnung von Opfern des Holocaust mit einem Preis zu würdigen, sind wir zutiefst erschüttert“, schreiben die Musiker auf Facebook.

Bereits während der Show am vergangenen Donnerstag kritisierte Hosen-Sänger Campino die Rapper. Als er den Preis für Rock National entgegennahm, setzte er zur Rede an: „Das Stück über das sich alle streiten, kommt aus dem Battle Rap, wo es darum geht, sich gegenseitig zu toppen. Wenn man das bedenkt, relativiert sich alles. Wir sollten keinen tieferen Sinn suchen, wo es keinen Sinn gibt. […] Im Prinzip halte ich Provokation für gut und richtig. Aus ihr heraus können verdammt gute Sachen entstehen. […] Wenn Provokation aber eine frauenfeindliche, homophobe, rechtsextreme oder antisemitische Form annimmt, wird eine Grenze überschritten“


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