Marten Hørger im Interview: Wie aus Alltag Community-Tracks werden
Marten Hørger spricht mit uns über seinen kreativen Prozess, die „Feel your glo“-Kampagne und wie Community-Impulse seine Musik prägen.
Zwischen Festival-Euphorie, Community-Input und kreativen Alltagsmomenten: DJ und Produzent Marten Hørger sprach auf der OMR 2026 mit ME-Autorin Hella Wittenberg über Inspiration, seine Energie und die neue „Feel your glo – creating music that moves communities“-Kampagne.
Im 20-Minuten-Talk ging es um seine Arbeitsprozesse, um den Einfluss von Reisen und Menschen und um die besondere Energie, die zwischen Artist und Crowd entstehen kann.
Zum Interview mit Marten Hørger:
Musik als Energieübertragung
Wer Marten Hørger live erlebt, kennt die unmittelbare Energie seiner Sets. Genau dort setzte auch Hella Wittenberg zu Beginn des Talks an. Die positive Dynamik, die seine Musik transportiert, sei kein kalkulierter Effekt, erklärte Hørger, sondern etwas sehr Persönliches. Sein Hauptantrieb sei es, Menschen glücklich zu machen. Die Energie entstehe zunächst aus ihm selbst heraus – und Musik werde dann zum Werkzeug, diese Stimmung weiterzugeben.
Dabei spielt auch das ständige Unterwegssein eine zentrale Rolle. Hørger tourt weltweit durch Clubs und Festivals, sammelt Eindrücke aus unterschiedlichsten Kulturen und übersetzt diese Erfahrungen direkt in Sound. Inspiration entstehe dabei oft nicht in klassischen Studiosituationen, sondern mitten im Alltag.
Wenn Alltag plötzlich zum Track wird
Besonders spannend wurde das Gespräch, als es um kreative Prozesse jenseits klassischer Musikproduktion ging. Hørger beschrieb, dass ihn häufig gerade kleine, unscheinbare Situationen inspirieren. Beobachtungen auf Reisen, kurze Momente unterwegs oder sogar stressige Alltagserfahrungen könnten der Ausgangspunkt neuer Tracks sein.
Ein konkretes Beispiel lieferte er direkt selbst: Sein Song „Worth the Wait“ entstand aus der Erfahrung des Zuspätkommens. Statt Frust in den Vordergrund zu stellen, versucht Hørger, auch nervige Situationen positiv umzudeuten – und genau daraus musikalische Energie zu ziehen.
Für ihn beginnt Musikproduktion deshalb selten mit einem festen Sounddesign oder einem klaren Plan. Vielmehr starte der Prozess mit einem Gefühl, einem Vibe oder einer bestimmten Atmosphäre. Erst danach entwickelten sich Tempo, Rhythmus und Soundstruktur. Vieles entstehe experimentell und intuitiv.
Community als kreativer Motor
Im Zentrum des Talks stand zudem die aktuelle „Feel your glo“-Kampagne, bei der alltägliche Routinen und scheinbar nebensächliche Momente kreativ neu interpretiert werden. Hørger übernimmt dabei eine besondere Rolle: Er ist der erste Artist innerhalb der Kampagne, der Community-Impulse direkt in Musik übersetzt.
Besonders wichtig sei ihm dabei der direkte Austausch mit Fans und Communities. Social Media und Live-Shows versteht er längst nicht mehr nur als Promotion-Kanäle, sondern als kreatives Testfeld. Direktes Feedback helfe ihm einzuschätzen, welche Ideen funktionieren und welche Emotionen tatsächlich beim Publikum ankommen.
Gleichzeitig entstünden durch diesen Austausch oft Perspektiven, auf die er allein nie gekommen wäre. Co-Creation sei für ihn deshalb kein Buzzword, sondern ein echter Lernprozess.
Der Moment, in dem Musik verbindet
Ein weiterer Fokus des Gesprächs lag auf der emotionalen Wirkung elektronischer Musik. Für Marten Hørger wird ein Track immer dann relevant, wenn Menschen emotional darauf reagieren und Energie zurückgeben.
Gerade in Clubs oder auf Festivals entstehe jener besondere Moment zwischen DJ und Crowd, in dem Musik plötzlich mehr werde als bloßer Sound. Die Verbindung zwischen Publikum und Artist sei letztlich das, worum es ihm gehe.
Dass seine Musik dabei oft als euphorisch, festivaltauglich und positiv wahrgenommen wird, überrascht kaum. Auf die Frage, wie er seinen Sound in drei Worten beschreiben würde, antwortete Hørger denkbar passend: „Good vibes only.“
Wer ist Marten Hørger?
Marten Hørger gehört seit Jahren zu den prägenden Namen der internationalen House- und Bass-House-Szene. Der deutsche DJ und Produzent ist bekannt für energiegeladene Festival-Sets, druckvolle Club-Tracks und einen Sound, der klassische House-Elemente mit modernen Bass- und Electro-Einflüssen verbindet.
Durch weltweite Touren, internationale Festival-Auftritte und zahlreiche Kollaborationen hat sich Hørger längst eine globale Fanbase aufgebaut. Sein Stil bewegt sich zwischen Peak-Time-Energie, Humor und maximaler Euphorie – stets mit klarer Ausrichtung auf Dancefloors und Community-Momente.
Gerade diese Mischung machte ihn auch zum passenden Gesprächspartner für die OMR 2026: ein Artist, der Musik nicht nur als Entertainment versteht, sondern als kollektives Erlebnis.
Über die OMR
Die OMR (Online Marketing Rockstars) zählt zu den größten europäischen Veranstaltungen für digitales Marketing, Popkultur, Medien und Technologie. Jedes Jahr treffen in Hamburg internationale Brands, Künstler:innen, Creator:innen und Unternehmen aufeinander, um über Trends, Innovationen und die Zukunft digitaler Kommunikation zu sprechen.
Mit Talks wie dem Gespräch zwischen Marten Hørger und MUSIKEXPRESS zeigte die OMR 2026 erneut, wie eng Musik, Community-Kultur und digitale Kreativität inzwischen miteinander verbunden sind.






