Matt Bellamy hat sich Jeff Buckleys Gitarre geshoppt

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Es ist eine 1983er Fender Telecaster blond, die sich der Muse-Frontmann da mal eben geleistet hast. Dieses gute Stück hatte zuvor Jeff Buckley gehört, der es für die Aufnahmen seines Albums GRACE nutzte. Nur ein kleines Beispiel: „Hallelujah“ wurde auf ebendieser Gitarre eingespielt.

Matt Bellamy hat auch richtig erkannt: „Sie klingt keine andere Gitarre, die ich zuvor genutzt habe.“ Das erzählte er gegenüber der „Guitar World“ und betonte zudem, dass er sehr gewissenhaft bei seinem Kauf vorging: „Ich hatte ein ganzes Team von Leuten […] um sicherzustellen, dass es die absolut Richtige ist, und um seine Familie und alle möglichen Personen zu interviewen. Ich habe es geschafft, sie zu verifizieren […].“

Nun soll die Gitarre nicht einfach als Inspiration zum Anschauen dienen, der Musiker will sie auch wirklich spielen. Ganz konkret: „Ich habe sie nicht gekauft, um sie mit einem Bild von Jeff an die Wand zu hängen und damit zu sagen: ‚Schau, was ich habe.‘ Ich habe sie gekauft, um tatsächlich zu versuchen, sie zu verwenden und zu integrieren und diesen Gitarrenteil der Musik beizubehalten. Ich würde gerne glauben, dass er das gewollt hätte.“

Ein bisschen hat er sich sogar ausprobiert. Mit seiner Supergroup The Jaded Hearts Club, die neben ihm aus Graham Coxon, Miles Kane, Nic Cester, Sean Payne und Jamie Davis besteht, nahm er anscheinend erst kürzlich einen Cover-Song auf und nutzte dafür diese Fender Telecaster. Zu hören gibt es den Track bisher noch nicht. Aber dafür einen Anfang Mai veröffentlichten Solo-Track von Bellamy, „Tomorrow’s World“ – weitere sollen auf diese ruhige Piano-Ballade folgen.

Matt Bellamy – Tomorrow’s World [Official Lyric Video] auf YouTube ansehen

Matt Bellamy erhielt Buckleys Gitarre von Janine Nichols, eine enge Freundin des 1997 verstorbenen Künstlers. Sie lieh Jeff Buckley die Fender als er auf Tour gehen wollte und kein vernünftiges Instrument zur Hand hatte. Als sie die Gitarre nun verkaufte, bat sie Bellamy in einem Brief inständig darum, diese auch richtig zu spielen.

Wann es ganz konkret an ein neues Muse-Album gehen würde, ist momentan nicht klar. Jedoch könnte sich Sänger und Gitarrist Matt Bellamy vorstellen, sich mit seinen beiden Kollegen wie zu Beginn ihrer Bandkarriere in Devon zusammenzufinden und dort Neues aufzunehmen. Tendenziell aber eher: Albumaufnahme 2021, danach ein bisschen touren, je nachdem, was dann nach Corona so geht.

Ebenso schwammig blieb Bellamy auch was seine Solo-Sachen angeht: „Ich kann mir vorstellen, dieses Jahr mehr Songs herauszubringen. Ich habe keine Pläne, einen Plattenvertrag zu bekommen oder ein Album zu machen. Ich habe nicht vor, etwas wirklich stark zu vermarkten. Ich bastele nur alleine zuhause herum.“

Unter dem Bandnamen Gothic Plague schlossen sich die drei Multi-Instrumentalisten Matthew Bellamy, Christopher Wolstenholme und Dominic Howard 1994 während ihrer College-Zeit im englischen Teignmouth zusammen. Noch stark an Goth und Glam orientiert, gewannen sie im selben Jahr unter dem Namen Rocket Baby Dolls den lokalen Wettbewerb „Battle Of The Bands“, brachen daraufhin ihr Studium ab und benannten sich in Muse um. Seitdem veröffentlichten sie acht Studioalben. Ihr letztes SIMULATION THEORY aus dem Jahr 2018 erhielt von ME-Autor André Bosse zweieinhalb von sechs möglichen Sternen. Er schrieb dazu: „Digitalkritischer Nerd-Rock für die CD-Beilage des P.M. Magazins.“ Lest hier die ganze Review.


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