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Neue Missbrauchsvorwürfe gegen „Bohemian Rhapsody“-Regisseur Bryan Singer

Das Queen-Biopic „Bohemian Rhapsody“ ist derzeit wieder in den Schlagzeilen, weil der Film Monate nach dem Kinostart im Oktober und dem anschließenden Welterfolg nun auch bei der amerikanischen Award-Season mitspielt. Bei den Golden Globes gewann „Bohemian Rhapsody“ in der Kategorie „Bestes Drama“, bei der Oscar-Verleihung ist die Geschichte über Freddie Mercury für gleich fünf Preise nominiert. Unter anderem in der Königskategorie „Bester Film des Jahres“.

Rami Malek und die verbliebenden Queen-Mitglieder sind durch den Erfolg des Films immer wieder bei Preisverleihungen zu sehen, posieren mit Preisen und auf roten Teppichen. Nur das Fehlen eines wichtigen Beteiligten fällt immer wieder auf, auch wenn es vom zuständigen Studio Fox und den Stars des Films kaum thematisiert wird: Bryan Singer, der Regisseur von „Bohemian Rhapsody“, verpasst die aktuelle Ehrenrunde seines Films.

Ende 2017 wurde Singer von 20th Century Fox gefeuert, seine Produktionsfirma musste sogar aus ihren Räumen auf dem Studiogelände in Los Angeles ausziehen. Die Dreharbeiten zu „Bohemian Rhapsody“ waren damals noch nicht abgeschlossen, nach einigen Tagen Pause für Cast und Crew kehrte Singer nicht mehr ans Set zurück. Der Regisseur erklärte sich mit familiären Problemen, deutete die Krankheit eines seiner Elternteile an. Das Studio zog trotzdem die Reißleine, schmiss Singer raus und engagierte Dexter Fletcher, der „Bohemian Rhapsody“ fertig stellte.

Kooperation

Bryan Singer soll mit Minderjährigen geschlafen oder sie gar missbraucht haben

Über die Gründe von Singers Rauswurf und sein unentschuldigtes Fehlen am Set gibt es seitdem immer wieder Spekulationen, viele beziehen sich dabei auf die immer wieder aufflammenden Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den Filmemacher. Auch ein aktuell im US-Magazin „Atlantic“ erschienener Artikel geht in diese Richtung. Mehrere Monate wurde recherchiert, einige Vorwürfe gegen Singer reichen bis in die späten 90er zurück. Laut „Atlantic“ behaupten mehrere Männer, dass Singer mit den damals Minderjährigen geschlafen habe oder gar von ihm missbraucht worden seien. Der heute 34 Jahre alte Victor Valdovino etwa behauptet, dass Singer ihn im Schritt berührte und versuchte ihn zu befriedigen. Valdovino sei zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt gewesen. Kritisiert wird im Artikel auch eine Begebenheit, die sich am Set von „Der Musterschüler“ abgespielt haben soll: Damals fühlten sich minderjährige Statisten dazu gedrängt, in einer Duschszene komplett nackt zu spielen.

Singer, dessen Verschwinden vom „Bohemian Rhapsody“-Set von diversen Medien und in sozialen Netzwerken in Zusammenhang mit den Enthüllungen im Zuge der #metoo-Debatte gebracht wurde, wusste schon seit einiger Zeit von der bevorstehenden Veröffentlichung des Artikels. „Seit einiger Zeit weiß ich, dass es bald einen negativen Artikel über mich geben wird“, teilte Singer im Oktober auf Instagram mit. Weiter: „Es werden Vermutungen aufgestellt, die völlig aus der Luft gegriffen sind“. Singer bezog sich vermutlich auf den jetzt im „Atlantic“ erschienenen Artikel, der damals noch für das Magazin „The Esquire“ publiziert werden sollte.

Den gesamten Artikel im Original könnt Ihr auf der Website des „Atlantic“ nachlesen. 


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