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Neuer Song von Charlotte Brandi: Realitätskritik statt Wunschvorstellung

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Charlotte Brandis zweite deutschsprachige Single „Frieden“ ist mehr ein Verlangen danach als ein Ist-Zustand. Die Singer/Songwriterin beschreibt darin, wie sie bei den Jungs vom Schulhof aneckt, die sie nicht mitspielen lassen, weil sie ein Mädchen ist.

Anders als in ihrer August 2019 erschienenen Single „Wind“ (feat. Dirk von Lowtzow) wird keine magische Welt zum Thema, in der der Mensch seine Gestalt einfach wechseln kann. Die Realität hat Charlotte Brandi eingeholt. Eine Realität mit Geschlechterkategorien, hinter denen ein Mann steht, der alles ist „was ich will und doch nicht darf“.

Bedrückend schön singt Charlotte Brandi über Androgynie und den Wunsch dieses Sammelsurium an männlichen und weiblichen Merkmalen überwinden: „Ich wünsche mir Frieden obwohl ich’s nicht darf”.

Im durch den Corona-Lockdown lahmgelegten Berlin fand Brandi erstmals die Ruhe, sich intensiv dem Schreiben von deutschen Texten zu widmen. „Es hat eine mir früher nicht bekannte Kraft, in der eigenen Muttersprache zu texten“, sagt sie über das Schreiben.

Bekannt wurde die Sängerin als eine Hälfte der Berliner Indiepop-Band Me And My Drummer, mit der sie insgesamt zwei Alben veröffentlichte. Brandi komponierte, spielte Gitarre und Keyboard und verlieh der Band mit ihrer Stimme einen ganz eigenen Sound. 2018 trennten sie sich und die Singer-Songwriterin veröffentlichte im Februar 2019 ihr Solo-Debüt. Nicht nur bei ME-Autorin Julia Lorenz kam das Album fantastisch an. Sie belohnte die Jazz- und Soulpop-Platte mit fünf von sechs möglichen Sternen.

Charlotte Brandis neue Single „Frieden“ ist am 16. Oktober beim Berliner Label Listenrecords erschienen.


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