Olivia Rodrigo veranstaltet Festival mit 100 % weiblichem Line-Up
Mit Daisy Chain Fields bringt Olivia Rodrigo Bikini Kill, Chappell Roan, Doechii und Stevie Nicks auf eine Bühne – alle Einnahmen gehen an Projekte für Frauen und Mädchen.
Weibliche Headliner sind auf den Festivalbühnen dieser Welt deutlich unterrepräsentiert. Das Musiker:innen-Netzwerk „female:pressure“ zeigte in einer Studie, dass noch 2023 der Anteil von nicht-männlichen Acts bei etwas über 30 Prozent lag – und das war bereits ein Aufwärtstrend. 2012 waren es nur rund 10 Prozent Frauen auf internationalen Line-Ups. Olivia Rodrigo zeigt nun, dass es auch anders geht: Die Sängerin kündigt ihr erstes eigenes Festival an. Frauenanteil: 100 Prozent.
Alles zum Daisy Chain Fields
Ihr Festival heißt Daisy Chain Fields und im Line-Up stehen ausschließlich Namen weiblicher Artists und Bands mit Front-Woman. Es soll am 29. August in Irvine, Kalifornien, stattfinden.
Die Tickets gehen am 24. Juni um 10 Uhr pazifischer Zeit in den Vorverkauf. Das entspricht 19 Uhr am 23. Juni in Deutschland.
Ebenfalls 100 Prozent: Die gesamten Netto-Einnahmen des Daisy Chain Fields werden an Wohltätigkeitsprojekte gespendet, die sich für Mädchen und Frauen einsetzen.
Olivia Rodrigo schreibt zu ihrer Ankündigung auf Instagram: „Das Line-Up ist wirklich verrückt und voll von meinen Heldinnen und Freundinnen. Ich glaube fest daran, dass Freude, Gemeinschaft und Musik die Antreiber von bedeutungsvoller Veränderung sein können, und ich hoffe, dieses Festival wird genau das sein.“
Gemeinschaft statt Konkurrenz
Von Bikini Kill und Chappell Roan über Doechii, Mitski und Katseye bis zu Special Guest Stevie Nicks: Auf dem Festival-Plakat sind alle Namen gleich groß vertreten, kein Act wird zur führenden Headlinerin gemacht. Sogar die Veranstalterin Olivia Rodrigo platziert sich dezent zwischen den anderen 16 Künstlerinnen. Der Gemeinschaftsaspekt, den sie betont, sticht damit noch deutlicher hervor. In einer Gesellschaft, in der Frauen stets miteinander um die wenigen für sie vorgesehenen Plätze konkurrieren müssen, ist hier genug Raum für alle.
Neben dem musikalischen Rahmenprogramm warten weitere Events auf die Besucher:innen: Lokale Händler:innen, Kunst- und Bastelaktionen sowie Kunstinstallationen auf dem Gelände sind geplant.
Das Benefizfestival stand wohl schon lange auf Rodrigos Wunschliste. „Ich habe mich wirklich noch nie so gefreut, eine Neuigkeit mit euch allen zu teilen. Ich hatte den Traum, dieses Festival zu veranstalten, seit Jahren, und ich bin überglücklich, dass er nun endlich wahr wird“, schreibt sie auf Instagram.
Ticketpreise und ein Kritikpunkt
Die Tickets für das Festival kosten 250 US-Dollar. Manche Fans finden das viel. Andere argumentieren in den Kommentaren, mit einem hochkarätigen Line-Up und in Zeiten steigender Preise für Kulturveranstaltungen sei das vergleichsweise wenig. Hinzu kommt, dass viele angesichts des guten Zwecks der Veranstaltung eher bereit sind, das Geld auszugeben, da die Preise nicht kommerziell entstehen.
Einen Kritikpunkt haben Fans jedoch gefunden: Die Grafik des Plakats wurde von einem männlichen Designer entworfen. Ob Rodrigo nicht auch abseits der Bühne mehr für weibliche Künstler:innen einstehen könne?
Der Ton der Debatte bleibt dabei überwiegend konstruktiv. Am Ende herrscht Einigkeit darüber, dass das Daisy Chain Fields ein wichtiges Signal sendet und aus einem Gedanken von Gemeinschaft und Solidarität entstanden ist.






