PA Sports macht auf den Iran aufmerksam und kritisiert Bundesregierung und Medien

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Der Rapper PA Sports machte sich am Montag (17. Oktober) für die Menschen im Iran stark. Er lud ein 15-minütiges Video auf Instagram hoch und stellte klar, warum er sich äußert und welche Rolle der Islam dabei für ihn spielt. Er ist unzufrieden mit der Berichterstattung in Deutschland und darüber, wie viele Menschen sich gegenüber dem iranischen Regime verhalten.

 

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„…und es bedarf auch eigentlich keiner Erklärung, dass dieses Vorgehen absolut unislamisch ist und dieses barbarische Verhalten im Namen des Islam eine Beleidigung für jeden aufrichtigen Moslem sein müsste. Daher bitte ich niemanden, dieses Regime mit islamischen barmherzigen Werten in Verbindung zu bringen“, sagte er über die aktuelle Regierung und deren Taten im Iran. Und weiter: „Die Menschen im Iran wollen einfach Freiheit und Gleichheit für alle Menschen. Männer und Frauen wollen einfach in Freiheit, ohne Zwang miteinander leben. Sie sind den Zwang und die Unterdrückung der Regierung leid. Sie möchten einen säkularen Staat, in dem jeder seine Religion frei wählen und ausleben kann.“

Parham Vakili, wie der Rapper PA Sports mit bürgerlichem Namen heißt, beklagt: „Warum werden moralische Werte nur verteidigt, wenn es einen politischen Nutzen hat?“, und macht dabei auf die für ihn fehlende tatsächliche Unterstützung aufmerksam. Er empfindet die Handhabe der deutschen Regierung und den öffentlichen Medien als heuchlerisch und doppelmoralisch.

„Man dementiert diese Gräueltaten um für sich selbst rechtfertigen zu können, dass man weiterhin hinter dieser Regierung steht“, äußert er in einer Ansprache an Leute alle, die noch zu der Regierung im Iran stehen und an all diejenigen, die die Aufstände nach dem Motto „Das ist eine islamische Republik, und wenn man dort lebt, hat man die islamischen Gesetze zu respektieren“ kleinreden wollen. In Deutschland dürfe man Gesetze kritisieren und im Iran ließe man dich dafür verschwinden, erläutert er weiter.

Auch der Rapper Xatar hatte auf die Proteste im Iran aufmerksam gemacht.

Was passiert im Iran?

Masha Amini, mit ihrem kurdischen Namen auch als Zhina Amina bekannt, wurde am 13. September verhaftet, weil sie ihre Hijab nicht gesetzeskonform trug. Einige Stunden nach ihrer Verhaftung wurde sie in ein Krankenhaus eingeliefert und am 16. September 2022 für tot erklärt.

Während die meisten von Polizeigewalt ausgehen, sagt die Polizei, die 22-Jährige wäre an einem Schlaganfall und Herzinfarkt verstorben. Bei einer CT-Untersuchung soll unter anderem ein Knochenbruch am Kopf diagnostiziert worden sein.

Seitdem finden Proteste gegen die iranische Regierung und die sogenannte Sittenpolizei statt. Laut der Organisation „Iran Human Rights“ sollen mindestens 215 Personen, darunter 27 Kinder, ermordet worden sein (Stand 17. Oktober).

„The Guardian“ zitiert eine Protestierende wie folgt: „Sie haben die Stadt abgeriegelt und schlachten die Menschen mit Gewehren und Bomben ab, nur weil sie Freiheit verlangen.“


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