Peter Doherty hätte während seiner Sucht fast seine Füße verloren

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Im kürzlich erschienenen ME-Gespräch hatte Peter Doherty verkündet, seit mehr als zwei Jahren ein drogenfreies Leben zu führen. Jetzt hat er in einem neuen Interview von seiner jahrzehntelangen Sucht berichtet – offenbar einem Tanz an der Klippe zum Tod: „Es gab wirklich ein paar knappe Entscheidungen. Ich habe fast meine Füße verloren und andere schreckliche Dinge. Es war sehr knapp, allein schon wegen der Injektionen. Das passiert, wenn man keine Venen mehr hat. Das alles scheint jetzt schon so lange her zu sein, aber es war ein Höllenritt“, erinnert er sich gegenüber dem britischen Boulevardblatt „The Mirror“.

„Hier gibt es keine Drogen“

Im Interview mit dem MUSIKEXPRESS nannte Doherty ein Konglomerat an Gründen, die ihm ein Leben ohne Heroin, Kokain und Crack ermöglichen: Zum einen hätte es im Zuge einer Tour-Vorbereitung der Libertines Ende 2019 ein Gespräch mit seinem Intimus Carl Barât gegeben – der versah ihn mit der Bitte, zumindest während der Tour clean zu bleiben. Dann folgte der Lockdown, den der Musiker an der französischen Nordküste in Étretat verbrachte. „Hier gibt es keine Drogen“, so Doherty. Ferner habe die Liebe zu seiner Frau Katia de Vidas sein Leben gerettet – und der Fakt, dass er seit Beginn seines Entzugs weder über ein Handy, noch über Internet verfüge.

Land in Sicht

Dann wäre da noch die Zusammenarbeit mit dem Arrangeur Frédéric Lo, aus der die kürzlich erschienene Platte THE FANTASY LIFE OF POETRY & CRIME entsprungen ist. Ursprünglich bat Lo das ehemalige Enfant Terrible der britischen Gitarrenmusik lediglich um ein Cover: „Ich erfuhr, dass dieser Typ wollte, dass ich ein Lied des französischen Sängers Daniel Darc coverte. Es hieß ‚Inutile et hors d’usage‘, was so viel bedeutet wie ‚nutzlos und verbraucht‘“, so Doherty gegenüber dem „Mirror“, und weiter: „Ich wurde richtig emotional, als (Lo) ihn mir vorspielte, es hat mich wirklich getroffen. Ich war dabei, harte Drogen aufzugeben und fühlte mich wirklich beschissen. Am besten kann ich es so beschreiben, als wäre ich von einem Bus überfahren worden.“ Die Sucht beschreibt er zwar noch immer als „ziemlichen Kampf“ – aber die Besessenheit lasse nach und es werde leichter.

Vierseitiges Gespräch zu lesen im Musikexpress

Ein vierseitiges Interview mit dem 43-Jährigen gibt es in der aktuellen Ausgabe des MUSIKEXPRESS zu lesen. Darin berichtet Doherty von der Zusammenarbeit mit dem französischen Arrangeur Frédéric Lo, er pathologisiert seine Psyche und vergleicht sein heutiges Ich mit seinem Selbst von vor 20 Jahren, als das Libertines-Debüt UP THE BRACKET erschienen ist. Zum Ende des Interviews verrät Doherty auch, wie es um neue Musik jener Band steht.

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