Radiohead: Thom Yorke veröffentlicht abstrusen „Creep“-Remix

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Im März 2021 arbeitete Yorke bereits zum zweiten Mal an einem „Creep“-Remix für den japanischen Modedesigner Jun Takahashi. Diesen neunminütigen Trip, der so auch tatsächlich bei Takahashis Modenschau „Creep Very“ lief, hat der Sänger jetzt veröffentlicht.

Selbst die Ironie ist verwirrt

Bekanntlich machen Radiohead kein Geheimnis daraus, „Creep“ nach fast 30 Jahren einfach nicht mehr hören zu können. Ist der „Creep (Very 2021 Rmx)“, dessen Urheber „Thom Yorke feat. Radiohead“ ein soll, nun reine Provokation? Der knapp vierminütige Song wird hier auf mehr als das Doppelte gestreckt, Yorkes Stimme ist elektronisch verlangsamt, aber absichtlich so, dass es nach billigem Freeware-Soundeffekt klingt. Hinzu kommen mächtige Achtziger-Synths, die unweigerlich an Filme wie „Blade Runner“ erinnern.

Yorke im März 1993
Yorke im März 1993

Verstehen muss man die künstlerischen Eskapaden des 52-Jährigen schon lange nicht mehr – das Genie tut halt, was das Genie tut. Ein begeisterter Fan versuchte dennoch die tiefgründigere Ebene im „Very 2021 Rmx“ zu erschließen und teilte in den Kommentaren seine durchaus plausible Theorie mit: „Es fühlt sich an, als würde (Thom) den Song brechen wollen. Vielleicht klingt der für ihn genauso, wenn er gezwungen ist, ihn im Radio zu hören.“

Hört hier Thom Yorke feat. Radiohead – „Creep (Very 2021 Rmx)

„Creep“ erschien auf Radioheads Debütalbum PABLO HONEY und bescherte der Band den internationalen Durchbruch. Radioheads letztes Studioalbum A MOON SHAPED POOL erschien im Mai 2016.

Bob Berg Getty Images

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