Rassismus oder Roman-Treue: Vorwürfe gegen Co-Autor*innen von George R. R. Martin

von

Der sechste Band „Winds of Winter“ lässt weiter auf sich warten, im Oktober erscheint wenigstens ein neues Begleit-Buch zu den „Game of Thrones“-Romanen. Schöpfer George R. R. Martin steht dafür aber in der Kritik. Denn „Rise of the Dragon“ wurde von zwei „Superfans“ verfasst, die in der Vergangenheit durch kontroverse Aussagen aufgefallen sind. Andere Fans fordern nun, dass er die Zusammenarbeit beendet.

Elio M. García Jr. und Linda Antonsson betreiben nicht nur das Fanforum Westeros.org, sondern kennen die Welt vom „Lied von Eis und Feuer“ so gut, dass sie der Autor höchstpersönlich um Unterstützung bat. Schon 2015 schrieben sie für Martin den Hintergrundband „Westeros: Die Welt von Eis und Feuer“.

Aber genauso lange sehen viele Fans die Zusammenarbeit kritisch, und werfen vor allem Antonsson Rassismus vor. „An diesem Punkt wissen alle in der ASOIAF- und „Game of Thrones“-Fangemeinde, dass Linda Antonsson bösartig rassistisch ist“, schrieb SueTheFury, die die Fanseite watchersonthewall.com betreibt, auf Twitter. „Menschen, die entscheiden, mit ihr zu arbeiten, wissen das und akzeptieren es. Es gibt keine Entschuldigung mehr“.

Sollte alles so sein wie in den Büchern von George R.R. Martin?

Die Kontroverse dreht sich vor allem um das Serien-Casting. Schon „Game of Thrones“ besetzte einige in den Büchern weiße Charaktere mit nicht-weißen Schauspielern, beschränkte sich dabei aber auf Nebenrollen. Beim Casting zum Prequel „House of the Dragon“ stand Diversität stärker im Fokus, die zentrale Familie der Velaryons wurde mit Schwarzen Schauspielern besetzt.

Antonsson beschwerte sich etwa über das Casting von Steve Toussaint als Corlys Velaryon, weil „es keine Schwarzen Valyrier gibt, und es auch keine in der Serie geben sollte“. Schon 2012 kritisierte sie in einem Blogpost die Besetzung der Rolle des Xaro Xhoan Daxos in der Originalserie mit dem Schwarzen Schauspieler Nonso Anozie, weil die Figur in den Büchern als bleich beschrieben werde.

Antonsson selbst weist den Vorwurf des Rassismus zurück: Sie möchte einfach, dass alles so ist wie in den Büchern. Wenn Martin die Velaryons in den Büchern Schwarz statt weiß gemacht hätte, und die TV-Serie das geändert hätte, würde sie das genauso kritisieren, betonte Antonsson gegenüber „Variety“. Fans würden „herausgepickte Statements ohne Kontext“ kritisieren. Es störe sie, „eine Rassistin genannt zu werden, während mein Fokus immer beim Worldbuilding war“.

„The Rise of the Dragon: An Illustrated History of the Targaryen Dynasty“ erscheint am 25. Oktober und soll die Geschichte der Herrscher- und Drachenreiterfamilie der Targaryens genauer beleuchten.


Arctic Monkeys kündigen Deutschland-Tour 2023 an – hier die Termine und Tickets
Weiterlesen