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Razorlight-Sänger Johnny Borrell lebt gern in seiner eigenen Welt

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Es mag verrückt klingen, dass man Teil der westlichen Gesellschaft im 21. Jahrhundert sein kann, ohne auch nur irgendeine der wesentlichen Neuerungen in Sachen Kommunikationstechnik ansatzweise zu nutzen. Für die einen klingt das wie die pure Tortur, für Johnny Borrell ist es ein Segen.

Aufgekommen ist das Thema um Borrells Verzicht auf TV, Smartphone und Co. durch eine Aussage aus dem letzten Jahr. Damals gab er zu, von der Reunion der Libertines, wo er einst selbst spielte, nichts mitbekommen zu haben, da er ja weder Zeitung lese noch fernsehen würde oder ein modernes, mobiles Endgerät besäße. Nun nahm er in einem Radio-Interview mit der BBC erneut Stellung dazu.

Für den Razorlight-Sänger und Solomusiker ist die digitale Welt vielmehr Fluch als Segen. Zumindest bezeichnet er sich selbst als „glücklich, mehr in der richtigen als in der digitalen Welt“ zu leben. Es gäbe zudem in dieser realen Welt viel mehr Tolles, mit dem man in direkten Austausch treten könne, als bloß durch digitale Medien Dinge erleben. Die „Smartphoneritis“, also das permanente Starren aufs Handy, sei eine sich ausbreitende Kultur, aber er sei froh, ihr nicht anheim zu fallen, so Borrell.

Die tatsächliche Wahrheit der Welt sei außerdem viel tiefgründiger erfahrbar, als in der Banalität der modernen und digitalen Lebensweise. Daran mag etwas Wahres sein. Dass es ab und an allerdings nicht schaden kann, sich zeitnah darüber zu informieren, was auf dem Planeten abseits der nächsten Straßenecke so abgeht, scheint Borrell, diesem Digital NOtive, wohl herzlich egal zu sein.

 


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