A Tribute To The Ramones We’re A Happy Family

Mit Tribute-Alben ist das ja so eine Sache. Gut gemeint ist hier fast immer das Gegenteil von gut. Ein Blick auf das Tracklisting verschafft erste Beruhigung. Michael Stipe, sonst auf wirklich jedem Tribute-Album mit von der Partie, fehlt. Das ist ja schon mal was. Dafür sind U2 dabei. Nicht gerade die erste Band, die einem einfiele, wenn es darum geht, den Ramones die Ehre zu erweisen. Aber, man höre und staune, „Beat On The Brat“ kommt gar nicht so großspurig und klebrig daher wie man befürchtet hätte. Im Gegenteil, U2 – mit Ausnahme natürlich von Bono, der nicht auf seine geliebten Hall-Effekte verzichten mag – bemühen sich um Werktreue. Kiss hingegen verpassen „Do You Remember Rock’n’Roll Radio“ ihre patentierte Schminkschicht, so dass man am Ende meinen könnte, das Original sei von Meat Loaf. Marilyn Manson verschleppt „The KKK Took My Baby Away“ mit gruftigen Vocals in sein Schattenreich, während Rob Zombie, der für die Zusammenstellung des Albums verantwortlich zeichnet, den „Blitzkrieg Bop‘ einem Industrial-Stahlbad unterzieht. Wenig überraschend die Beiträge von Rancid und The Offspring, die „Sheena Is A Punkrocker“ bzw. „I Wanna Be Sedated“ einfach ein wenig höhertourig fahren. Die Chili Peppers übersiedeln die „Havanna Affair“ von New York nach Kalifornien, während Metallica grandios an „53rd & 3rd“ scheitern. Souverän, aber eine Spur zu routiniert versuchen sich Garbage an „I Just Wanna Have Something To Do“, während die Pretenders relativ uninspiriert „Something To Believe ln“covern. Den Höhepunkt markiert erwartungsgemäß Tom Waits, sein irisierender, Blut spuckender Boogie („Return Of Jackie & Judy“) hätte Joey Ramone sicher ziemlich gut gefallen.