Popstars in Springfield

Die 8 besten Simpsons-Auftritte – feat. Morrissey und Michael Jackson

von

1. Morrissey

In der aktuellen und damit 32. Staffel der „Simpsons“ imaginiert Lisa einen an den Morrissey der Achtzigerjahre angelehnten Fantasie-Freund. Sein Name ist Quilloughby, seine Band heißt „The Snuffs“ – gesprochen wird er von dem englischen Schauspieler Benedict Cumberbatch. Als Pointe präsentiert die Folge „Panic On The Streets Of Springfield“ jenen Quilloughby auch in der Jetztzeit. Dort ist er optisch wie inhaltlich ein entgleistes Zerrbild der Ursprungsversion. Das ist mehr als der übliche gütige „Simpsons“-Spott. Das blieb auch Morrissey selbst nicht verborgen, der die Macher auf Facebook angreift. Verletzend und rassistisch sei ihre Show geworden, habe sich allgemein in den vergangenen Jahren zum Negativen gewandelt. Die „Simpsons“ hielt diese Kritik von nichts ab, viel mehr veröffentlichen sie den Song ihres Pseudo-Morrisseys aktuell auch noch auf allen Streaming-Plattformen.

2. Yoko Ono

Schlecht weg kam auch Yoko Ono. In einer auf die Beatles referierenden Folge aus dem Jahr 1993 bestellt sie in Moe’s Bar – ganz der durchgeknallte Star – eine einzelne Pflaume in einem Herrenhut, die in Parfüm schwimmt. Im Gegensatz zu George Harrison wurde sie für die Episode nicht um ihre Stimme gebeten. Dennoch brachte sie 2016 dieses Quatsch-Getränk als Exponat in einer isländischen Yoko-Ono- Ausstellung unter. Das beweist Humor.

3. Lady Gaga

Weit mehr hofiert wurde Lady Gaga in der Folge „Lisa Goes Gaga“. Diese stammt aus der weltweiten Hype-Phase der Sängerin im Jahre 2012 und zeichnet sie als eine Art hyper-empathisches Fabelwesen aus. Kein Wunder, dass Gaga selbst als Stimme gewonnen wurde. Doch die Autoren übertrieben es mit der Ehrerbietung – in zahlreichen Netz- und Magazin-Rankings, welche die „Worst Eposide ever“ küren, findet sich „Lisa Goes Gaga“ verlässlich ganz weit oben.

4. Ramones

Die „Simpsons“ funktionieren auch als begehbares Mausoleum – ein Vermächtnis der Ramones trifft man in der Folge „Rosebud“ (deutsch: „Kampf um Bobo“) aus dem Jahre 1993. Joey, Johnny, Marky und CJ Ramone tauchen alle mit kleiner Sprechrolle auf – als sie selbst natürlich. Obgleich das in der Episode an Mister Burns vorbeigeht, der beendet den Auftritt der Band nämlich mit dem geflügelten Zitat: „Smithers, lassen sie die Rolling Stones umbringen!“

5. Katy Perry

Besonders nachhaltig auch das Bild, das Katy Perry bei den „Simpsons“ abgibt. Was nicht so sehr an der Gag-Dichte liegt, sondern viel eher, dass sie leibhaftig und nicht gezeichnet auftritt. Es handelt sich um eine spezielle Weihnachtsfolge („The Fight Before Christmas“) aus der 22. Staffel. Katy Perry interagiert darin mit Puppenversionen der Familie Simpson, das Ganze soll eine Reminiszenz an Gaststars bei der „Muppet Show“ darstellen.

6. Okilly Dokilly

Noch mal real statt gezeichnet. Den Abspann einer Folge der 30. Staffel spielt die Band Okilly Dokilly. Ein Metalcore-Act, dessen Mitglieder alle den Schnurrbart und Look von Ned Flanders auftragen.

7. Homerpalooza

Um die höchste Rockstardichte konkurriert „Homerpalooza“ (7. Staffel, 1996), in denen die Stimmen von Sonic Youth, Peter Frampton, Cypress Hill und den Smashing Pumpkins vorkommen, mit „How I Spent My Strummer Vacation“ (14. Staffel, 2002). Dort sprechen niemand Geringere als Elvis Costello, Tom Petty, Keith Richards, Mick Jagger, Lenny Kravitz und Brian Setzer sich selbst.

8. Michael Jackson

„Happy Birthday Lisa“ – singt 1993 eine bulliger und weißer Nervenheilpatient für Lisa, behauptet dabei, er sei Michael Jackson und klingt auch so. In den Credits taucht die Stimme aber lediglich als John Jay Smith auf. Erst später wird offiziell, dass es sich hier wirklich um Michael Jackson selbst handelt. Das Pseudonym habe vertragsrechtliche Gründe gehabt. 2019, nach erneuten Vorwürfen des Kindes-missbrauchs gegenüber dem verstorbenen Jackson, wird die Folge aus der Wiederholungs-Rotation genommen.

Diese Übersicht erschien zuerst in der Musikexpress-Ausgabe 08/2021.


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