A$AP Rocky
DON’T BE DUMB
A$AP Rocky/Sony (VÖ: 16.1.)
Sperrig-experimenteller Rap, der trotzdem in den Mainstream will.
„It’s been a little while”, stellt A$AP Rocky selbst im Intro fest. Acht Jahre sind seit seinem letzten Album TESTING ins Land gezogen. Gleichwohl: Soviel er weiß, stehe er immer noch an der Spitze des Rapgames, lässt uns die Style-Ikone aus Harlem wissen. Und die Beweisführung über 16 Songs vermag tatsächlich zu überzeugen. Das liegt vor allem daran, dass es A$AP Rocky gelingt, dem US-Rap einen neuen Sound zu geben, der diesem sehr gut steht.
DON’T BE DUMB ist ein ausgesprochen eigenwilliges Album, auf dem Beat- und Genrewechsel mitten im Song beinah der Standard sind, die Drums mal nahezu penetrant im Vordergrund stehen, dann aber auch wieder phasenweise ganz dezent hinter melodisch-sanften Gesang zurücktreten oder auch völlig verschwinden. Das kann einem alles ein wenig beliebig erscheinen, etwas zu betont artsy wie das von Tim Burton gestaltete Albumcover, aber es ist zugleich auch ungemein spannend.
In Zeiten streaming-optimierter Schema-F-Hits ist die zwar nicht gänzlich die Anschlussfähigkeit an den Mainstream verlierende, aber doch höchst experimentelle Sperrigkeit von DON’T BE DUMB eine Wohltat. Wo sonst wird wie auf dem Song „The End“ die 1960er-Jahre Popinterpretation eines T.S Eliot-Gedichts („The Hollow Men“) als Sample zum Refrain einer resignativen Kritik spätmoderner Gesellschaften? Diese vermag dann zwar wie das ganze Album lyrisch im Bereich des Erwartbaren verbleiben und größere textliche Kreativität vermissen lassen, aber dass sich das avantgardistische Moment auf den Sound beschränkt, schmälert die Größe von DON’T BE DUMB kaum. Schlau ist, wer hinhört.


