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Album Der Woche

Basia Bulat Good Advice


Secret City/Rough Trade

Es gibt Trennungsalben wie Coldplays GHOST STORIES: Werke voller Selbstmitleid und Reminiszenzen. Es gibt die großen „Aus-die-Maus“-Platten der Rockgeschichte, BLOOD ON THE TRACKS von Bob Dylan oder SHOOT OUT THE LIGHTS von Richard und Linda Thompson: wortreiche Songs mit ätzenden Inhalten. Die kanadische Singer/Songwriterin Basia Bulat kennt und schätzt diese Alben. Als sie sich jedoch für die Aufnahme ihres persönlichen Break-up-Albums mit dem Auto ihrer Mutter auf den 600 Meilen langen Weg von Toronto nach Louisville, Kentucky, machte, war ihr klar: Mein Abgesang soll anders klingen.

Sie hatte kurze Songs mit glorreichen Melodien und einer unbeschwerten „Fick-dich“-Attitüde im Kopf. Trotz-Pop – die Geburt eines neuen Genres. Ihr Komplize in Kentucky war Produzent Jim James, der mit My Morning Jacket einen Hang zur Komplexität hat, auf GOOD ADVICE aber den direkten Weg suchte. Basia Bulat hatte schon drei sehr gute Singer/Songwriter-Platten veröffentlicht. Mit dieser vierten sprengt sie ihre eigenen Grenzen.

Fantastische Songs wie „La La Lie“, „Long Goodbye“ oder „In The Name Of“ besitzen die Magie der poppigsten Motown-Singles oder besten Aufnahmen von Phil Spector. Die Melodramatik ist vorhanden, wird aber nicht ausgewalzt, sondern wacker auf den Dancefloor geschleppt. Akustische Gitarren sind kaum zu hören, dafür drängeln Schlagzeug, Orgel und Chöre um die Vorherrschaft. Aber wie es sich für diese Art von Soul-Gospel-Powerpop gehört, ist der Schellenkranz der eigentliche Star.

Kooperation

Im vergangenen Jahr spielte Basia Bulat diese Songs im Vorprogramm von Sufjan Stevens. Das ernste Publikum war verzückt. Jetzt gibt es diese großartigen Songs auch noch in der Tanzversion. Danke, Trotzkopf!


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