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Ben Watt Storm Damage


Caroline/Universal (VÖ: 31.1.)

Ben Watt springt in dieses Album mit ein paar Zeilen, die aus einem Coming-of-Age-Roman stammen könnten und von diesem Dasein an der Schwelle zur 20 erzählen: Wenn dir die Leute sagen, dass du den Moment leben sollst, du dich aber wie in einer Warteschleife festgezurrt fühlst, mit all den Verletzungen und Erwartungen an eben: das Leben.

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Eine Erinnerung an die eigene Jugendzeit? Oder etwa eine Geschichte, die mit seinen Töchtern oder seinem Sohn zu tun hat, aber haben die neuen Geschichten nicht immer auch mit den alten zu tun? Der Song „Balanced On A Wire“ lässt all das offen, setzt aber ganz unmissverständlich den Ton für STORM DAMAGE – ein von bleiernen Piano-Akkorden und einem knarzenden Kontrabass getragenes Pop-Stück in der Tradition formvollendet nachdenklicher Singer/Songwritermusik der 1970er. Ein bisschen auch eine Reminiszenz an den John-Lennon-Blues dieser Zeit.

Und Ben Watt ist mit seiner Stimme noch einmal eine Idee präsenter als in der Zeit mit Everything But The Girl. Nach einer drei Jahrzehnte langen Albumpause hatte Watt 2014 HENDRA veröffentlicht, gefolgt von FEVER DREAM im Jahr 2016; die neue Liedersammlung möchte er als Abschluss einer Trilogie verstanden wissen. Man wird diesem Gedanken folgen können, die Songs beschreiben eine Phase der unsicheren Gefühle, der politischen Ängste und persönlichen Verluste.

Ein dunkler Mix, den der Sänger und Keyboarder, unterstützt von Bassist Rex Horan und Perkussionist Evan Jenkins, an musikalisch schillernde Gestade führt – Synthesizer, Beats und Elektronik fungieren als so etwas wie Soundstimmungsmacher. Der Rest ist pure Songwriterkunst: „Summer Ghosts“, „Figures In The Landscape“ und „Irene“ (mit Alan Sparhawk von Low als Gitarrist und Backgroundsänger) sind schon mehr als kleine Meisterwerke des Genres. Man wird sie immer wieder auflegen wollen und dabei noch weitere Songs entdecken können, die einfach nicht loslassen wollen.

STORM DAMAGE im Stream hören:


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