Bernhard Eder Post Breakup Coffee


Solaris Empire/Broken Silence 9.11.

Immerhin ist Bernhard Eder ehrlich. Das Zitat des amerikanischen Autors Coates Kinney, das er seinem neuen Album als Motto mitgegeben hat, lässt keine Fragen offen, welche Stimmungslage auf Post Breakup Coffee ergründet wird: „And the melancholy darkness gently weeps in rainy tears.“ Melancholie, Dunkelheit, Sanftheit, Regen, Tränen: Es sind jene Schlagwörter, die das Schaffen des Wiener Musikers seit jeher begleiten, auch wenn die Klagelieder diesmal üppiger instrumentiert sind als früher.

Die Akus­tikgitarre klimpert verträumt und das E-Piano jammert missmutig, während Eder davon singt, wie es sich anfühlt, an Weihnachten durch schneebedeckte Felder zu spazieren („Snow Fields“), aus Berlin, wo Bernhard Eder einige Jahre gelebt hat, wegzugehen („Leaving Berlin“ ) oder nach der Trennung noch einen Kaffee zu trinken mit der Ex-Freundin („Post Breakup Coffee“).

Es sind meist keine allzu komplexen Seelenzustände, die Eder mit viel Pathos beschreibt, aber sie haben alle eins gemeinsam: Der Held des Songs, also Bernhard Eder, wurde eben verlassen oder hat verlassen. In jedem Fall war er schon mal besser drauf. Allerdings gibt es nicht allzu viele Musiker, die Trübsal­blasen dermaßen gekonnt in Klang umsetzen. Hemmungslos badet Bernhard Eder auf diesem Album im eigenen Leid, aber kaum jemand versinkt so schön im Kitsch wie er.

Key Tracks: „Words Can’t Tell (What I’m Feeling)“, „Ode To My Friends“

CD im ME S. 19


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