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Bettina Köster Kolonel Silvertop

Pale Music (VÖ: 14.07.)

von

In dem skurrilen Science-Fiction-Streifen „Kamikaze 1989“ geht der von Rainer Werner Fassbinder gespielte Held regelmäßig in die „Polizeidisco“, wo Blondinen in Uniform zu zickigen Synthie-Rhythmen tanzen. Noch besser als die 1982 von Edgar Froese komponierte Filmmusik würde KOLONEL SILVERTOP, das neue Album von Bettina Köster, in dieses Ambiente passen: Denn obwohl die von Justus Köhncke programmierten Beats und die mit Kösters einstiger Bandkollegin Christine Hahn ausgearbeiteten Arrangements nach heute klingen, verweisen die morbide Stimmung und vor allem Kösters an Amanda Lear erinnernde Kettenraucher-Domina­stimme auf die ungesunde Neonlichtatmosphäre der frühen 80er-Jahre, an deren Ausformulierung sie als Mitglied West-Berliner Bands wie Din A Testbild, Mania D. und Malaria! Anteil hatte.

Der Platte hätten mehr Uptempo-Stücke wie der muskulöse Opener „1959“, in dem Köster bedeutende („Cuban Revolution“) und weniger bedeutende („Dylan graduates highschool“) Ereignisse ihres Geburtsjahres rezitiert, oder das schöne Cover des Fifties-Schlagers „Der Novak“ (im Original von Cissy Kraner) durchaus gut getan. So verliert sich KOLONEL SILVERTOP etwas zu sehr in depressive Sprechgesangsballaden, ehe Bettina Köster mit der walzernden Eiswürfelversion von Peter Sarstedts Paris-Beschwörung „Where Do You Go To (My Lovely)“ einen versöhnlichen Abschluss findet.

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