Billy Bragg :: The Internationale

Daß sein Herz weit links schlägt, weiß man. Der singende Sozialist Billy Bragg beginnt sein achtes Album deshalb nicht überraschenderweise mit dem Titelsong, dem alten Kampflied der Linken, für das er einen neuen Text schrieb. Eine acapella vorgetragene Hommage an den Dylan-Weggefährten Phil Ochs („I Dreamed I Saw Phil Ochs Last Night“) gehört ebenso zum folgenden Programm wie die Hymne der Labour Party („Red Flag“) in einer restaurierten Version. In den aufschlußreichen Liner-Notes gibt Bragg Nachhilfeunterricht. So erfährt man, daß die FBI-Akte von Phil Ochs bis zu seinem Tod auf 410 Seiten anwuchs. Ohne Rücksicht auf den musikalischen Zeitgeist instrumentiert der „Post-Punk-Folksänger“ seine Gesinnungslieder mit Whistles, Akkordeon, Chören und Gitarren. Er läßt frische Jigs einfließen oder singt nur mit seiner flachen Stimme gegen kapitalistische Ignoranz an. Daß sich linkes Bewußtsein auch witzig formulieren kann, das beweist Bragg auf angenehmste Weise. Eine LP für Helmut Kohl.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.