Bombino Azel


Partisan/Rough Trade

Nun wird also ein neues Kapitel aufgeschlagen, in dieser erstaunlichen, für einen afrikanischen Musiker eher ungewöhnlichen Erfolgsgeschichte. Letztere begann, als Omara „Bombino“ Moctar – 1980 als Sprössling von Tuareg-Nomaden in Agadez geboren und im Zuge einer bewaffneten Tuareg-Revolution Anfang der 1990er-Jahre im Exil aufgewachsen – 2009 in den Fokus des Filmemachers Ron Wyman geriet. Wyman dokumentierte Leben und Schaffen des Musikers mit dem Film „Agadez, The Music And The Rebellion“ und lud ihn zu Studioaufnahmen in die USA ein.

AGADEZ, das Ergebnis der Aufnahmen, zeigte bereits alle Qualitäten dieses gro­ßen Gitarristen auf: Herrlich fluider, an Jimi Hendrix und Ali Farka Touré geschulter Gitarrenflow, sanfter, geschmeidiger Groove, Desert-Blues wie ein Wind, der einen warm umfängt und sachte davonträgt. Kein Wunder also, dass auch ein Blues-Fetischist wie Dan Auerbach von den Black Keys sich von dieser Musik begeistern ließ, und die Produktion für das wuchtigere Folgealbum NOMAD aus dem Jahr 2013 übernahm.

Mit AZEL, produziert von Dirty-Projectors-Vorsteher Dave Longstreth, betritt Bombino nun erstmals Neuland. „Tuareggae“ nennt er den Stil, den er auf AZEL mit helleren Klangfarben und vermehrt auf der Akustischen einführt. Eine Kreuzung also aus Reggae­typischem Offbeat und diesem filigran verschnörkelten Gitarrenspiel, für das man Bombino so schätzt. Ein Experiment, ein Risiko, wie der Künstler selbst sagt. Und doch ein Experiment, das wunderbar gelungen ist – gesetzt den Fall natürlich, dass man ein Ohr für den Reggae hat.


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