Bon Jovi :: New Jersey

Deutlicher kann ein Hinweis auf die Roots dieser Band gar nicht ausfallen, als im Titel des neuen Albums, NEW JERSEY. Der „Arbeiter-Staat“ an der Ostküste der USA, assoziiert nun einmal Begriffe wie Working Class, Hemdsärmeligkeit, Bodenständigkeit …

Auf genau diese Tugenden haben sich Jon Bongiovi und seine Mitstreiter zurückbesonnen, denn das überaus erfolgreiche Vorgänger-Album SLIPPERY WHEN WET drängte die Band stilistisch in die Mainstream-Poser-Ecke. Umso erstaunlicher, daß nach über 13 Millionen verkauften LPs mit NEW JERSEY kein Abziehbild des Bestsellers produziert wurde. Stattdessen entpuppen sich Bon Jovi als Springsteens schwitzende Kumpel, setzen folk- und bluesorientiert akustische Gitarren ein, lassen die Harmonica jaulen, das Nail-Piano klimpern und geben trotzdem mit verzerrten E-Gitarren-Läufen mächtig Gas.

Keine Schönfärberei durch ellenlange Listen mit Gastmusikern Marke Toto, keine weichgespülten Konzessionen an den kalifornischen Metal-Pop der Machart Ratt, Lita Ford oder Nightranger. Stattdessen schnörkellosen, harten, stets aber melodischen Rock, scharf und glasklar produziert. Die Songs und der Sänger rangieren klar vor den Effekten -— und daß Jon Bongiovi den Blues („Love For Säle“) genauso draufhat wie die ganz harte Gangart als Shouter („Blood On Blood“), macht das Spektrum dieses Rock-Handwerkers nachdrücklich deutlich.

(CD und MC simultan mit LP, keine Bonus-Tracks)

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