Breton

Other People’s Problems

FatCat/ Rough Trade VÖ: 30.03.

Ein Electronica-Soundtrack, der besser ist als der Film, der dazu noch gedreht werden muss.

Die Formulierung „spielen einen Soundtrack zu einem imaginären Film“ ist aufgrund von akuter Überbeanspruchung mittlerweile ein Tabu in Musikkritiken. Bei Breton kommt man aber nicht daran vorbei: Sind die Londoner doch keine Band, sondern eigentlich ein Kollektiv aus Filmemachern, deren Soundtracks irgendwann beliebter wurden als die dazugehörigen Experimentalfilme. Das kann man auf ihrem Debütalbum Other People’s Problems hören. Und dann auch wieder nicht. Manche Stücke wie „2 Years“ vermitteln tatsächlich vor allem eine Atmosphäre, andere wie „Edward The Confessor“ besitzen eine vergleichsweise herkömmliche Songstruktur. Allen gemeinsam aber ist ein ausgeklügeltes Klangdesign, das sich knackiger HipHop-Beats ebenso bedient wie verführerisch knisternder Elektronik, in dem sich sülzige Streicher ebenso finden wie kräftig schallernde Gitarren, das auf dem Dance­floor ebenso zu Hause ist wie in den weiträumigen Hallräumen von Sígur Rós, in deren isländischem Studio Other People’s Problems aufgenommen wurde. Irgendwo zwischen diesen Eckpunkten finden Breton einen Soundtrack für einen nicht immer logischen, ziemlich spannenden, vor allem aber jederzeit fantasievollen Film mit überraschenden Wendungen, der konsequent alle Genregrenzen einreißt. Key Tracks: „Governing Correctly“, „The Commission“ , „Electrician“