Charli XCX Charli


Warner (13.9.)

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Es ist noch gar nicht so lange her, da dachte Charlotte Aitchison laut darüber nach, gar keine regulären Studioalben mehr herauszubringen, sondern bestenfalls noch Mix-Tapes. Tatsächlich muss man sich ja fragen, ob das Albumformat noch eine Zukunft hat. Also ist die erste wichtige Nachricht von CHARLI: Charli XCX hat es sich noch mal anders überlegt.

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Die zweite: Im Vergleich zu NUMBER 1 ANGEL und POP 2, den beiden Mix-Tapes von 2017, wirkt dieses dritte offizielle Studioalbum tatsächlich etwas brav. Das beginnt bei den wieder einmal reichlich vorhandenden Gästen: Zwar sind wie schon auf POP 2 auch diesmal wieder der unbekannte estnische Rapper Tommy Cash oder die brasilianische Drag Queen Pabllo Vittar zu finden, aber auf CHARLI tummeln sich eben auch Mainstream-Pop-Vertreterinnen wie Haim, Christine And The Queens und Lizzo.

Charli XCX & Christine and the Queens – Gone [Official Video] auf YouTube ansehen

Die Zusammenarbeit mit Letzterer aber ist ein gutes Beispiel: „Blame It On Your Love“ ist an sich ein gewöhnlicher Party-Hit mit Upbeat-Tempo und eingängiger Hookline, aber mit einer sanften Rhythmus-Irritation und ein paar kleinen, aber feinen Sound-Details gelingt es Aitchison und ihrem Co-Produzenten A.G. Cook, der auch schon besagte zwei Mix-Tapes verantwortete, alle Anforderungen an Radio-Pop zu erfüllen, ohne sich zum Sklaven seiner aktuellen Klischees zu machen.

Charli XCX – Blame It On Your Love feat. Lizzo [Official Video] auf YouTube ansehen

Das funktioniert allerdings nicht immer: Schon das darauf folgende „White Mercedes“ ist eine Alltags-Ballade, die auch von einem klickenden Beat und dezentem Autotune nicht vollends vor der Überflüssigkeit bewahrt werden kann. Aber selbst in solchen Momenten wird noch klar: Im Gegensatz zum Album gehört Charli XCX die Zukunft.

CHARLI im Stream hören:


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