Chris Rea – Wired to the moon

Es soll ja noch Songwriter geben, an denen musikalische Modeströmungen spurlos vorbeifließen – was durchaus nicht negativ gemeint ist. Chris Rea gehört zu jener Gattung. Auch seine sechste Platte WIRED TO THE MOON ist wieder ein gutes Stück zeitloser Popmusik. Daß der Brite runde, griffige Melodien komponieren kann, hatte er ja mit seiner letzten Erfolgsplatte WATER SIGNS eindrucksvoll bewiesen.

Das Nachfolge-Album knüpft stilistisch nahezu nahtlos daran an. Wieder vertont Rea seine Love-Ballads (und was für welche!) mit denkbar einfachen Mitteln. Elektronische Effekthascherei ist dem Allround-Musiker von der Insel fremd. Wenn schon Schnörkel, dann höchstens ein bombastischer Klavier-Einstieg („Bombollini“), eine präzise Slide-Gitarre („Mystery Man“) oder melodiöse Mandolinen („Reasons“).

Das Markenzeichen Reas sind jedoch nicht die bewußt limitierten musikalischen Mittel, sondern seine rauchige Stimme, die irgendwie an Wolfgang Niedecken erinnert. Die sanfte Atmosphäre in „Shine“ oder „Ace Of Hearts“ lebt geradezu vom einfühlsamen Gesang. Chris Rea schwelgt in romantischen Erinnerungen und beschwört die Kraft der Liebe. Potentielle Hit-Songs hat dieses Album mehr als genug.