Chumbawamba – Tubthumper

Sie sind schon eine komische Truppe, die achtköpfige Anarcho-Gang aus Leeds. Jahrelang wettern sie gegen Plattenmultis und verlassen das kleine „One Little Indian“-Label dann ausgerechnet in Richtung „EMI“. Aber schließlich verpacken Chumbawamba ihre radikalen Ansichten zu Antifaschismus, sozialer Ungleichheit, bürgerlicher Dekadenz und scheinheiliger Drogenpolitik ja auch in einschmiegsame Pop-Songs. Nicht Punk, Rock oder Hardcore fungieren hier als Mittler zwischen Künstler und Konsument, sondern die Musik der Massen. Und genau das macht Alice Nutter & Co. so kontrovers. Ihre Songs sind derart poppig, charmant und fröhlich, daß sie auch als Chartsfutter durchgehen. Die Single „Tubthumping“ zeigt warum: Ein flotter Beat trifft auf das grandiose Wechselspiel aus honigsüßen Harmonien, Bläser-Arrangements und zynischem Statement:“Ihr könnt mich ruhig zusammenschlagen — ich stehe immer wieder auf“.TUBTHUMPER paßt in gängige Formate und gibt sich alle Mühe, kommerziellen Ansprüchen zu genügen. Doch das ist nur Fassade eines viel subversiveren Plans: Chumbawamba wollen das System von innen zersetzen. Sie schmeicheln sich ein, um zu zerstören. Das ist nicht nur frech, sondern schlichtweg genial.

Warum wird Iggy Pop nach Dekaden mit einigen Höhen und tiefsten Tälern jetzt verehrt und geliebt wie nie zuvor? Antwort liefert unsere Titelgeschichte über den „Godfather of Punk“. Dem Heft liegt exklusiv eine Vinyl-Single mit Live-Versionen von „The Passenger“ und „Lust For Life“ bei, festgehalten während des 2023er Konzerts beim Montreux Jazz Festival. Die MUSIKEXPRESS-Ausgabe gibt es hier bequem zum Bestellen.