Conor Oberst Upside Down Mountain


Nonesuch/Warner

Vor zwölf Jahren galt Conor Oberst aus Omaha, Nebraska als Heilsbringer des Alternative Rock. Es schien ausgemacht, dass der bald groß werden würde, Rockstar-groß. Geschätzte 20 Veröffentlichungen später ist er einer, der im Mainstream doch nicht die Rolle spielt, die ihm zugedacht war. Vielleicht ist das ein Glücksfall. Das Werk Obersts ist unübersichtlich, bevorratet aber viele große Gefühle.

Die überraschendsten sind die Wut, die das Debüt seiner Punk-Band Desaparecidos (2002) transportiert und der Humor, mit dem er in Jenny Lewis’ Travelling-Wilburys-Cover „Handle With Care“ (2005) ein paar Strophen beisteuert. Bekannt ist Oberst für einen anderen Klang, und da sind wir bei UPSIDE DOWN MOUNTAIN, dem sechsten Album, das er unter eigenem Namen veröffentlicht: Hier zieht Oberst an jenen Reglern, die das Gros seiner Musik ausmachen, übt sich in einem Mix aus Folk, Country und Soul, der so abgefedert, so entspannt wirkt, als habe er alle Zeit der Welt.

Die Gitarre weint wunderbare Soli, dazu singt Oberst von der Freiheit, und davon, dass diese das Gegenteil von Liebe sei und jene sich wiederum durch das völlige Fehlen von Würde auszeichne („Lonely At The Top“), zärtelt sich aber an anderer Stelle durch Zeilen wie „Tears will dry if you give them time. Life’s a rollercoaster, keep your arms inside“ („You Are Your Mother’s Child“). Da reicht die Akustik-Gitarre. Einige Momente später, in „Governor’s Ball“ ist plötzlich alles laut, alles grell, alles glitzernd. Die Orgel spielt zur Hohen Messe, die Bläser sind messerscharf. Vermutlich ist das Jazzrock, vielleicht Southern Rock, auf jeden Fall ist es: hervorragend.


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