Cro Raop


Chimperator/Groove Attack VÖ: 06.07.

Eine kurze Begriffserklärung wird vorausgeschickt. Raop ist die Fusion aus Rap und Pop und nicht ganz neu. Der Deutsch-Rap lernte das Laufen ja auch in den bunt bemalten Tretern der Fantastischen 4 und denen von Fettes Brot. Im Gegensatz zu im Dreck wühlenden Kollegen wie Haftbefehl und Farid Bang, wo dem, nun ja, suboptimalen Ist-Zustand ihres Befindens noch mit Wut, einem manchmal überraschend hohen Anteil an Eloquenz und „ Jetzt-erst-Recht“-Attitüde begegnet wird, sinniert der Stuttgarter Rapper über all die schönen Dinge, um die er sich nie sorgen musste. „Diese Welt ist geil / denn ich hab alles, was ich brauch.“ Da der maskierte Panda auf tight jeans steht, anstatt auf dicke Hose zu machen, wird hier eher auf der Fußbodenheizung reflektiert als vor brennenden Mülltonnen. Aber auch dort mag man es, das Ego zu streicheln. „Die ganze Welt liegt mir zu Füßen / denn ich bin ein Superstar.“ Arroganz ist im Rap so eine Sache. Wenn sie verdient ist, darf das Ross, von dem gerappt wird, nicht hoch genug sein, nur löst Cro das Versprechen, das sein YouTube-Hit „Easy“ gegeben hat, mit seinem Debütalbum nicht im Geringsten ein, dafür leistet er am Bleistift einfach zu wenig. 38 Minuten, in denen fast nichts Zitierwürdiges herausspringt und außer Suhlen in den Vorschusslorbeeren nicht viel passiert. Da müssen wir durch: Im Sommer 2012 findet man alles entweder „leider geil“ oder „easy-ea-ea“. Key Tracks: „Easy“ (Instrumental)


ÄHNLICHE KRITIKEN

Cro :: tru.

Der Panda-Rapper bleibt seinen Themen Frauen, Fame und Party treu – und versucht seinen Sexismus mit Cloud-Rap zu kaschieren.

Cro :: Melodie

Der Panda-Mann liefert wieder eine Platte voller klischeebeladener Pop-Rap-, oder eben „Raop“-Songs ab.


ÄHNLICHE ARTIKEL

Wie ein viel zu langer Werbeclip: Cros Tour-Film „crostaytru.mov“ bietet Emotionen auf dem Servierteller

In einer neuen Tour-Dokumentation möchten Cro und seine Crew uns Einblicke in die Vorbereitungen und Durchführung der „Stay Tru Tour 2018" geben. Der Film rutscht dabei immer wieder in eine Mischung aus Kitsch und grenzenloser Selbstliebe ab. Eine Kritik.

Überraschend gut: Kitschkriegs „5 Minuten“ feat. Cro, Henning May und Trettmann

Guter Beat, saubere Produktion und Cro darf nicht den Cro machen: An diesem Song ist wirklich nichts verkehrt.

Hey Cro, bitte lass das mit dem Pascha-Pop!

Warum Cros neues Video zu „Victoria's Secret“ kein Fortschritt, sondern Rückschritt ist und was das über den Status Quo im Deutschrap aussagt. Ein Kommentar.


Mit Schnappi, DJ Ötzi und Helene Fischer: Das sind die leider erfolgreichsten Chart-Hits der vergangenen 18 Jahre
Weiterlesen