Curt Cress – Sing

Deutschlands weltweit bekanntester (Studio-) Musikus ist bekanntlich ein Schlagzeuger: Curt Cress. Der zwischen München und Los Angeles überall präsente Felle- und Beckenvirtuose hat nach AVANTI (1983) nun mit SING sein zweites Solowerk veröffentlicht. Und das ist wiederum „ohne Blick auf Kommerziell/tat, aus dem Gefühl heraus, rücksichtslos experimentieren zu wollen“, (Pressetext) entstanden. Auch wenn „Curti“ diesmal knappen Soli (im Frage- und Antwortspiel mit Gitarrero Peter Weihe) songnahe Konzepte entgegenstellt, werden daraus noch lange keine leicht konsumierbaren Hitparaden-Knüller oder Dancefloor-Killer. Selbst wenn dabei mal ein „Trommeltanz“ für Intellektuelle entsteht, Popstar Falco seine Stimmbänder für „Welcome To Japan“ vibrieren läßt und Elephant-Sänger Paul Botter „Between The Lines“ zum schönsten Stück auf SING macht, bleibt die Scheibe ein musician’s olbum, eine Platte von Musikern für Musiker, die sich an technischen Kabinettstückchen (neben Cress und Weihe sorgen Reinhold Heil und Stanley Clarke für solistische Highlights) erfreuen können. Für Trommler und Freunde artistischer Solo-Leistungen ein Muß, für normal Sterbliche ohne praktischen Nährwert.