Dawn McCarthy & Bonnie „Prince” Billy What The Brothers Sang


Domino/Good To Go 15.2.

von

Will Oldhams Universum wächst und wächst. Es dehnt sich nach vorne und hinten, findet neue Satelliten und Fixsterne, die wiederum auf alte Freundschaften oder Vorlieben zurückgehen. Und Bonnie „Prince“ Billy spielt in diesem Netzwerk von Musikern und guten Buddies die Rolle des Fädenziehers und Referenzspezialisten, der im richtigen Moment die richtigen Leute mit der richtigen Musik zusammenführt. WHAT THE BROTHERS SANG hat eine Vorgeschichte, es ist nicht die erste Platte, die Oldham mit Faun-Fables-Sängerin Dawn McCarthy aufgenommen hat (THE LETTING GO von 2006 gehört zu den bekannteren Zusammenarbeiten), und es ist beileibe nicht das erste Mal, dass er einen Song der Everly Brothers covert („The Price Of Love“ existiert z. B. in einer formidablen, ins Krachige drehenden Rock’n’Roll-Version). Auf diesem Everly-Brothers-Tribute-Album zollen Oldham und McCarthy der evergreenen Musik ihrer gemeinsamen Helden über die Strecke von 13 Songs höchst liebevoll Tribut. Sie erinnern mit ihren Coverversionen vor allem an die Vokalharmonien des Kentucky-Duos. In diesen Neueinspielungen entsteht eine Hybridmusik, die der Magie der Everlys im nostalgischen Folk- und Countrysound nachspürt, aber auch im Hier und Jetzt verortet ist, mit der ganz speziellen Klangchemie, die Oldham und McCarthy in ihren Duetten entwickeln. Auf die größeren Schmalzbrocken und prominentesten Gassenhauer der späten 50er („Bye Bye Love“, „Wake Up, Little Susie“) wurde glücklicherweise verzichtet. Mit dieser Collection darf der Liedschatz der Everly Brothers noch einmal frisch begutachtet werden, bei Songs wie „Omaha“ und „My Little Yellow Bird“ etwa. „Poems, Prayers And Promises“ gibt Auskunft darüber, welchen Einfluss Don und Phil Everly auf die Vokaltechniken von The Byrds und Buffalo Springfield hatten. Man kann WHAT THE BROTHERS SANG aber auch einfach als Bonnie-„Prince“-Billy-Platte hören und mit Dawn McCarthy ein paar Runden in der schönsten aller Melancholien drehen: „We used to have good times together, but now I feel them slip away, it makes me cry to see love die, so sad to watch good love go bad“ („So Sad“).


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