Die Insel der besonderen Kinder Regie Tim Burton


USA 2016, Start: 6. Oktober 2016

Ein neuer Film von Tim Burton ist da. Es gab mal eine Zeit, da bedeutete das etwas. Burtons Name hatte ein gewisses Renommee. Doch zuletzt verschrieb er sich dem Mittelmaß und präsentierte uns „Dark Shadows“ (2012) und „Big Eyes“ (2014). Ein Werk egaler als das andere. Und plötzlich haut er „Die Insel der besonderen Kinder“ raus. Der ist gar nicht mal so schlecht – zumindest zu Beginn.

Die Zutaten sind eigentlich die gleichen wie immer: spukende Häuser, eine düstere, anfangs sehr blaustichige Farbgebung, komische Kinder und natürlich Eva Green. Letztere muss aber dieses Mal ein bisschen mit ihrem genialen Wahnsinn hinterm Berg halten und dafür gleich für eine ganze Horde von Kindern die Aufpasserin mimen. Eines der Kinder: der dauerüberraschte Jake (groß geworden: Asa Butterfield). Er begleitet uns durch die typisch schräge Burton-Welt, die ihren Dreh- und Angelpunkt auf einer entlegenen Insel hat. Der 16-jährige Jake verirrt sich dorthin, nachdem sein Großvater auf mysteriöse Weise stirbt und er der Sache auf den Grund gehen will.

An Jakes Seite ist Emma (Ella Purnell). Das Mädchen mit dem wirklich erlesenen Kleidungsstil. Zum oldschooligen Flatterkleid trägt sie besonders klobige Boots aus Blei, damit sie nicht wegfliegt. Denn wie der Filmtitel schon überdeutlich macht, haben alle auf der Insel ganz spezielle Fähigkeiten. Eva Green, alias Miss Peregrine, kann zum Beispiel Zeitschleifen erschaffen. So will sie ihre Schützlinge von Angreifern beschützen. Aber kaum schließt sich Jake dem Trupp an, geht es quasi nur noch um Mord und Todschlag.

Genau an dem Punkt, wenn man sich so langsam die ganze Inselwelt erschlossen hat, rutscht Tim Burtons Romanverfilmung auch schon wieder ins Mittelmaß ab. Vorher sprühte die Geschichte nur so vor Charme, Witz und Innovation – um dann in ein recht beliebiges Actiondebakel umzuschwenken. Dann krankt „Die Insel der besonderen Kinder“ an Burtons Unschlüssigkeit bezüglich des Genres. Hier ein paar Sci-Fi-Elemente, da etwas Retro-Chic und dann noch ein kleines bisschen Coming-of-Age-Drama. Passt alles nur nicht so richtig zusammen.

Es wäre eigentlich das Beste, wenn man gefühlt nach der Hälfte einfach den Kinosaal verlassen würde. Da ist nämlich noch alles gut. Also richtig gut. Burton macht mit schnellen Schnitten, der vollkommen korrekten Schauspielerwahl und dem gekonnten Changieren zwischen Tragik und Komik Lust auf die Geschichte. Aber irgendwann hat man einfach einmal zu oft das dämliche Grinsen vom Widersacher Samuel L. Jackson (hier falsche Schauspielerwahl) gesehen. Und zu viele mittelmäßige CGI-Effekte.


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