Dillon This Silence Kills


BPitch Control/Rough Trade VÖ: 18.11.

Wahrscheinlich ist die Veröffentlichung von This Silence Kills auf BPitch Control eine größere Sensation für das Label als für die Künstlerin. Stichwort: heraus aus dem Isolationismus eines eher enger gefassten Genres; hier: elektronische Musik. Es gibt nämlich zunächst fast keine Bezugspunkte der Berliner Musikerin Dillon zu dem, wofür das Berliner Techno-Label bisher gestanden hat, außer, dass es sich auch hierbei um sehr gute Musik handelt. Was Dominique Dillon de Byington auf ihrem länger erwarteten Albumdebüt bietet, ist eher eine Art Chanson-Pop, mit dem Piano als Hauptinstrument. Man hört dem Album die Produzententätigkeit von Thies Mynther (Phantom/Ghost) und Tamer Fahri Özgönenc (MIT) an. Möge zu einer Salzsäule erstarren, wer es wagt, diese Musik als Folktronica oder Indie-Folk zu bezeichnen. Ab der Hälfte des Albums treten die rudimentär vorhandenen Links zur elektronischen Welt deutlicher hervor. Der Track mit dem „Titel“ „____________“ klingt wie ein „ handgemachtes“ Stück Avant-Techno; die Instrumentalspur von „From One To Six Hundred Kilometers“  könnte dem gerade mal postmodernsten Stück Electronica entnommen worden sein und „Abrupt Clarity“ rauscht nach 45 Sekunden als Detroit-Techno-Track davon. Der Gesang von Dillon, diese ungewöhnliche Stimme mit der ungewöhnlich-ungeraden Phrasierung, dekontextualisiert noch den hartnäckigsten Genre-Track. This Silence Kills ist viel unanstrengender als das aktuelle Björk-Album, vielschichtiger als das letzte von Feist und ebenbürtig mit allem, was Miss Li bisher gemacht hat. Key Tracks: „Tip Tapping“, „Hey Beau“, „ ____________“, „Abrupt Clarity“


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