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Dispatch America, Location 12

Bomber/Rough Trade (VÖ: 2.6.)

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Foto: Bomber/Rough Trade (VÖ: 2.6.)

Wer eine Schwäche für Folk mit männlichem Harmoniegesang hat, wird sich in diese Musik fallenlassen können wie in warmes Badewannenwasser. Und sich, kaum ist der entzückend jethrotullige Opener verklungen, fragen müssen, um welchen Folk es hier eigentlich geht. Keltischen? Amerikanischen? Rhodesischen? Dispatch durchschlingern auf AMERICA, LOCATION 12 in weiten Bögen gleich mehrere, nicht eben benachbarte Weltgegenden.

Das Trio aus Boston mag im Fahrwasser des Neofolk segeln, sein Pate aber ist eindeutig Paul Simon. Nicht die schlechteste Adresse, wenn es um so etwas wie die Weltformel des Folk geht, der Ur- und Eigentümliche aller wahrhaft wurzelnden Musik, sei’s in Afrika oder der Neuen Welt. Unbehelligt von bierseligem Mandolinengeschrammel à la Mumford & Soweiter lässt es sich hier zu solidem bis erfreulichem Songwriting mit dem Fuß wippen, aufgesetzte Folklorismen unterbleiben. Wo die Melodie das Potential zum Hit hat, da wird die Gitarre auch mal elektrisch („Skin The Rabbit“) oder eine Trompetenfanfare („Begin Again“) in Anspruch genommen. Und sogar Textverächter werden an der einen („Got no place to go but everywhere“) oder anderen Stelle („Change your name to a name that birds can sing“) aufhorchen. Erschiene nicht auch demnächst ein neues Album von den Fleet Foxes, Dispatch könnten mit AMERICA, LOCATION 12 die ideale Folkbegleitung für diesen Sommer gelungen sein.

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