Diverse Tschick O.S.T.


Warner

von

Der Sinn eines Soundtracks, von dem die allermeisten Stücke längst veröffentlicht sind, erschließt sich, gerade heutzutage, nicht immer. Wenn es die Zusammenstellung nicht schafft, ein in sich kohärentes, aussagekräftiges Kunstwerk darzustellen, dient sie doch nur der überbrückenden Befriedigung der Fan-Begierde bis zum DVD-Release oder Netflix-Start des Films. TSCHICK ist da keine Ausnahme: Neben drei Auszügen aus dem Score des britischen Komponisten Vince Pope, die man freilich immer skippt, wartet die Tracklist nur mit einem neuen Stück auf. Und selbst das ist eigentlich alt: Die Beatsteaks und Dirk von Lowtzow übersetzen die bereits 2005 von den Editors gecoverte 1993er-B-Seite von Stereolab „French Disko“ ins Deutsche. Was auf Papier skurril klingt, verblasst in der Theatralik der Praxis leider schnell gegen das Getöse des Originals.

Dem vorwiegend zeitgenössischen – es gilt hier schließlich, of age zu comen – Rest von Bilderbuch, K.I.Z., Royal Blood bis Courtney Barnett stehen die Klassiker „Genius Of Love“ von Tom Tom Club und Richard Claydermans Tränenzieher „Ballade pour Adeline“ gegenüber. Dazwischen trommelt sich Peter Fox auf die Brust: „Komm her, du Chick, ich beiß’ in dich. Du hast Glück bei mir, willst du mein bestes Stück massier’n“. Zur bestimmt supererfolgreichen Verfilmung eines Millionen bestsellenden Buchs muss man einen Soundtrack veröffentlichen, klar. Aber kaufen muss man ihn nicht. Insbesondere, wenn man ihn sowieso schon fast ganz besitzt oder weiß, wie streamen geht.


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