Dntel Away


Morr Music/Indigo (VÖ: 3.9.)

von

Jimmy Tamborello weiß längst, dass er seiner – zugegeben limitierten – Stimme mehr Emotion entlocken kann, wenn er sie durch eine Maschine schleust. Dabei bedient er sich aber nicht des Auto-Tune-Verfahrens, das Ergebnis empfinde er als zu künstlich, meinte er zuletzt noch. Seine Stimme klingt nach wie vor so, als ob sie einer realen Person gehöre, diese Person muss aber nicht Tamborello sein.

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Ganz im Gegenteil, AWAY ist jetzt so etwas wie ein Popalbum mit vermeintlichen Gastsänger*innen geworden, die sich in den höheren menschlichen Tonlagen durch elektronische Spielfelder bewegen, mal anmutig, beinahe säuselnd („A Sense Of Dread“), mal über einen leicht holperigen Parcours hüpfend und tanzend.

Mal wogt die Tracksammlung in Richtung Singer/Songwriter, mal stehen Abstraktionen aus Synthesizern und Beats im Vordergrund. Grundsätzlich aber verbindet Tamborello das Sperrige gerne mit dem Leichten und Zugänglichen, einmal wirft er House-Beats in einen Klangpark, der gerade in Kontemplation gefallen ist („Connect“). So entsteht eine wunderbar dynamische, aber nie aufdringliche Kreuzübermusik, und die „Sängerinnen“ sind die Tüpfelchen auf dem „ü“.


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