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Von Ponys und Dollars

Ein Dokumentarfilm über das Spannungsfeld zwischen kulturellem Anspruch und Wirtschaftlichkeit in der Festivalindustrie

Dodie Build A Problem


doddleoddle / The Orchard (VÖ: 7.5.)

von

Gibt es augenscheinlich kein Problem, so kreiert man eben eines. Für Menschen mit geringem Selbstwertgefühl die einfachste Übung. „Oh, do you look angry? / Oh, what did I say? / Filling in the gaps, build a problem that neither of us needs“, singt Dodie Clark im Haim-esken „Hate Myself“ und gibt einen Einblick ins zwanghafte Gedankenkarussell der unermüdlichen Fehlersuche bei sich selbst.

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Da die englische DIY-Musikerin und YouTuberin, die nach eigener Aussage an einer Depersonalisations-/Derealisations-Störung leidet, auch sonst offenherzig die eigene mentale Gesundheit exorziert, ist es nur folgerichtig, dass auf ihrem Debütalbum der Gesang ganz im Fokus steht: nah und verletzlich und immer wieder im vielstimmigen Zwiegespräch mit sich selbst.

Dabei zoomt Clark teils unverhofft vom Tagebuch-Format hoch auf Cinemascope und zurück, während sie zwischen intimem Bedroom-Folk, perkussiv getriebenem Indie-Pop und kammerorchestraler Schwelgerei mit Klarinette und Streichern changiert. „So please step inside my soul“, lädt Dodie in „Rainbow“ ein, das vielen Menschen in der LGBTQ+-Community aus dem Herzen sprechen dürfte. Bei einem eigenwilligen, ehrlichen und betörenden Werk wie BUILD A PROBLEM tut man das gerne.


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