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Enemy Regie: Denis Villeneuve, Kanada / Spanien 2013


VÖ: 10.10.2014

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Nach dem Eltern-Horrortrip „Prisoners“ findet nun auch Denis Villeneuves zweites 2013er Werk „Enemy“ seinen Weg ins heimische DVD-Regal. Die Geschichte: nicht minder unangenehm und unheimlich. Wieder ganz vorn mit dabei: Jake Gyllenhaal.

In dem Mystery-Thriller schlüpft Gyllenhaal gleich in eine Doppelrolle. Zum einen ist er Adam Bell, ein Geschichtsprofessor, der in einem trostlosen Beziehungsalltag mit seiner Freundin Mary (Mélanie Laurent, „Die Unfassbaren – Now You See Me“) steckt, und zum anderen verkörpert er den Schauspieler Anthony St. Claire, der dazu tendiert, seine schwangere Frau Helen (Sarah Gadon, „Eine dunkle Begierde“) zu betrügen. Als die beiden von einander erfahren, steht ihre Welt Kopf. Sind sie Zwillingsbrüder? Oder wie ist sonst solch eine eindeutige Ähnlichkeit in Aussehen und Stimme zu erklären?

„Enemy“ basiert auf dem 2002er Roman von José Saramago (ebenfalls für „Die Stadt der Blinden“ verantwortlich) und rückt die Psyche eines umtriebigen Mannes ins Zentrum. Der Anderthalbstünder wie auch die Buchvorlage stellen nicht gerade leichte Kost dar. Eine jede Szene bietet unterschiedlichste Ansätze des Verstehens und Interpretierens an. So thront bereits auf dem DVD-Cover des Films eine riesige Spinne über der Skyline einer Stadt. Das Spinnen-Motiv ist auch innerhalb Denis Villeneuves Werk zu finden und dabei nicht weniger verstörend. Die Dialoge bleiben ebenso minimalistisch wie der Einsatz des Lichts. Erklärungen offenbaren jedoch die Features der Limited Collector’s Edition, bei denen auch der kanadische Regisseur Denis Villeneuve sowie das Cast von ihren Fragezeichen bezüglich der Story berichten. Als man mit dem Filmprojekt begann, hieß die Devise auch noch: alle Fragen direkt an José Saramago leiten. Nur verstarb der portugiesische Autor zu allem Unglück am 18. Juni 2010 und nahm somit auch unzählige Geheimnisse mit in sein Grab. Die Besonderheit von „Enemy“ schmälert dies aber nicht. Die Vielschichtigkeit, die gelb eingefärbte Kulisse und auch das (wie schon in „Prisoners“) pointierte Spiel von Jake Gyllenhaal machen den Thriller zu einem einzigartig gutem Film-Trip.


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