Feeling B – Mix mir einen Drink

Zunächst einmal ist dies die Geschichte des Aljoscha Rompe. Der Sänger und Mastermind der Ost-Punker Feeling B wurde am 23. November 2000 tot in seinem Wohnmobil in Berlin-Kreuzberg aufgefunden. Gestorben war er laut Obduktionsergebnis, an den Folgen eines Asthmaanfalls. Eine „Überdosis Leben“ hätte es genauso gut getroffen, denn die 53 Jahre davor hatte dieser Mann ein Leben geführt, für das andere die dreifache Zeit benötigt hätten intensiv, schnell, öffentlich und unberechenbar. Wer seine Bühnentauglichkeitvor einer staatlichen Kommission zwecks „Einstufung mit Konzerterlaubnis nachweisen muss, braucht, zumal als Punk, jede Menge Humor und eine gewisse Verschlagenheit. Beides besaßen Sänger Aljoscha, Gitarrist Paul Landers, Bassist/Keyboarder Flake und Drummer Christoph Schneider (heute alle bei Rammstein) im Übermaß. Bis 1989 wurden sie zur DDR-Institution, auf ihr Konto geht das erste bei der staatseigenen Plattenfirma Amiga erschienene Punkalbum. Die Autoren Ronald Golenza und Heinz Havemeister lassen die Geschichte von Flake, Paul, Christoph, von ihren Freunden, Mitstreitern, Weggefährten und Frauen erzählen, montieren die Interview-O-Töne zur spannenden Zeitreise in die untergegangene Republik. Ein detailgetreues, authentisches Sittengemälde des Undergrounds zwischen Hiddensee und Thüringen, vor allem aber der Szene um den Prenzlauer Berg. Und ein so faszinierendes wie liebevolles Denkmal für einen, den sie den Störtebeker des Punk nannten.

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