Fink Resurgam


R‘COUP‘D/Ninja Tune/Rough Trade (VÖ: 15.9.)

Fin Greenall schickt uns in den dunklen Wald. Verfolgt vom Basslauf, schleppt sich das Schlagzeug im Opener dahin wie ein verletztes Tier, während Gospelsequenzen das Dickicht durchdringen – und Greenall seine Rückkehr verkündet: RESURGAM, der Titel seines neuen Albums, bedeutet „Ich werde auferstehen“.

„Ich bin dann mal weg“ hätte auch gepasst: Mit RESURGAM verabschiedet sich der britische Songwriter und Kopf der Band Fink in ein Leben als Einsiedler. Kaum zu glauben, dass der Mann, der hier klingt, als bewohne er mit seiner zahmen Krähe eine Blockhütte, seit drei Jahren in Berlin lebt. Greenalls alte Affinität zur Elektronik klingt auf RESURGAM in Nuancen an, sonst entwerfen er und die Produzentenlegende Flood einen spartanischen Sound. Songs zum Wahnsinnigwerden sind der raue Titeltrack und das ihm folgende „Day 22“. Eine Ewigkeit lang verweigert Greenall die Klimax, bevor ein erlösender Gitarrenregen alles reinwäscht. Schade, dass die folgenden Songs nach dieser Blues­punk-Naturgewalt ein wenig verblassen. Aber Greenall wäre schließlich kein anständiger Waldschrat, wüsste er nicht um die Heilsamkeit der Stille.


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