Album der Woche

Finna Zartcore


Audiolith/Broken Silence (VÖ: 20.5.)

von

Schreibt man über das Debütalbum von Finna, sollte man nicht der Versuchung erliegen, es bloß über Themen erzählen zu wollen. Was schwer ist, denn ZARTCORE bietet viele an: Finna verscheißert Testosteron- Rapper, ist eine Ikone der hiesigen Diversity- und Body-Positivity-Bewegung, verarbeitet langjährige mentale Tiefs und, und, und.

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Da will man doch mehr hören, aber dennoch sollte nicht untergehen, was für eine herausragende Stimme, was für außergewöhnliche Musik hier zu finden ist. Man spürt bei jedem Track den Bock, immer wieder etwas anderes rauszuholen. Why not, wenn die Trickkiste so tief ist? Old-School-HipHop-Momente wechseln sich ab mit Trap, dazu klingt Finna mal akzentuiert, mal soulig, mal verhuscht, sie rappt Half- aber auch Doubletime, bindet Gäste wie Mino Riot oder Saskia Lavaux ein, es ist dauernd was Neues los.

Was sicher auch daran liegt, dass so viel angefallen ist. Denn dieses Debüt hätte bereits vor sechs, sieben Jahren erscheinen sollen, die Künstlerin konnte aber dem Druck, den das Popbiz auf Kunst, Psyche und ihren Körper ausübte, nicht standhalten. Nur eine der vielen Storys, die auf ZARTCORE mitschwingen und so, sorry, authentisch machen. „Ich bin mehr als das, was ich leiste“, rappt Finna im Titelstück, und am Ende bleibt vor allem ein überschäumendes Album, das immer wieder lustige, schlaue und vor allem empathische Zeilen produziert, die man sich am liebsten alle merken will.


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