Fritz Kalkbrenner Drown


Different Spring/Rough Trade

von

Fritz Kalkbrenners vier bisherige Alben sind allesamt nicht schlecht, waren aber zuletzt doch sehr berechenbar: Soulige Popstücke auf elektronischer Grundlage, mal mit mehr, mal weniger Hit-Potenzial, erkennbar an der warmen „Sky & Sand“-Stimme. Die hören wir auf DROWN nun nicht mehr, und das ist grundsätzlich keine schlechte Idee: Denn Kalkbrenner hatte nicht immer ein feines Gespür für Melodien, Songstrukturen und Texte, sehr wohl aber für Stimmungen und deren Aufbau.

DROWN ist ganz der letzteren Disziplin gewidmet, es ist ein reines House-Album, auf dem Beats und Synthies in einem atmosphärischen Ganzen verschwimmen, ähnlich wie der Fluss auf dem Cover. Den hat Kalkbrenners Großvater, der DDR-Maler Fritz Eisel, gemalt. Eine gewisse Melancholie scheint also in der Familie zu liegen. Kalkbrenner lässt Raum für kurze, beatlose Interludes, in denen die Zeit still zu stehen scheint und der Fluss sein Tempo verlangsamt, doch zu vielen Tracks, wie dem Schlussstück „Play“, gehen irgendwann die Puste und der Charme aus. Am Ende ist auch DROWN ein Album, das einen Berliner Sommer­abend mit Drink in der Hand und Dancefloor unter den Füßen perfekt untermalt und in den meisten anderen Situationen relativ wirkungslos dahinplätschert.

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