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Gang Of Four Content


Grönland/Rough Trade VÖ: 28. Januar 2011

von

Fangen wir von hinten an. Denn der Bonus-Track von Content, dem langerwarteten Comeback-Album von Gang Of Four, zeigt vielleicht am eindrucksvollsten, wie es diese Band geschafft hat, dem Zahn der Zeit zu trotzen. „Second Life“ beweist einerseits, dass die alten Herren aus Leeds in ihrer Gesellschaftskritik noch auf der Höhe der Zeit sind, andererseits ihr mit Funk fusionierter Punkrock, ohne den nicht nur die Red Hot Chili Peppers nicht denkbar gewesen wären, ebenso aufrüttelnd, ruppig und widerborstig sein kann wie vor mehr als 30 Jahren. Davor schon bestätigen Jon King und Andy Gill, diesmal unterstützt von Thomas McNeice am Bass und Mark Heaney am Schlagzeug, dass sie nicht nur nichts verlernt haben, sondern in den vergangenen Jahrzehnten herausgefunden haben, wie man Songs schreibt. Die Stücke grooven wie ein pomadiger Salonmarxist, während Andy Gills Gitarre für revolutionäre Unruhe sorgt. Doch wo die Viererbande früher bisweilen in Rhythmusexperimenten zerfaserte, wird nun so konzentriert und konsequent zu Ende gerockt, auf dass ein Song wie „I Party All The Time“ dasselbe Hitpotenzial wie der Indie-Disco-Klassiker „I Love A Man In A Uniform“ entwickeln kann. Dass Gang Of Four deshalb manchmal, wie zum Beispiel in „I Can’t Forget Your Lonely Face“, plötzlich an die Talking Heads erinnern, ist eine angenehme Begleiterscheinung eines großartigen Comebackalbums.


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