Gebrüder Teichmann Lost On Earth


Noland/Morr Music/Indigo (VÖ: 15.09)

Es gibt ja schon ein paar Wege, die um den Hauptstrom des Techno-Undergrounds herumführen, man muss sie nur finden wollen. Andi und Hannes Teichmann tun das, indem sie von Anfang an Berührungspunkte zu Neuer Musik gesucht und sich an interkulturellen Projekten beteiligt haben. Die Regensburger gehören seit Ende der 90er-Jahre zur Berliner „Techno-Szene“, auch wenn ihre Musik immer auch als kritischer Kommentar darauf zu werten ist. Wenn die Gebrüder Teichmann auf ihrem dritten Album LOST ON EARTH ihre knusprigen Soundkonstruktionen mit einer Vielzahl an Gästen aus Nigeria, Mexiko, Berlin, New York, Simbabwe und Kenia (u.a. Abe Duque, Sasha Perera, Wura Samba) verzieren, ist das kein Ausdruck von Kultur-Imperialismus oder Eine-Welt-Romantik. Die Musik setzt an den Berührungspunkten von House, HipHop und afrikanischer Rhythmik an und erreicht so eine Selbstverständlichkeit, die den üblichen Zwangsfusionen von verschiedenen Stilen abgehen. In „Für Fred“, einem futuristischen Glitch-Track, ist Uli Teichmann zu hören, der Vater der Brüder.


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