Hot Fuzz – von Edgar Wright, Großbritannien 2007 :: Heißer Fuß! start: 15.6.

Wir Eingeweihten wissen seit Supergrass „Caught By The Fuzz“, dass es sich bei diesem rätselhaften Wort im Britischen um einen Slangausdruck für die „Bullerei“ handelt. Bei hot fuzz ist deutlich im Vorteil, wer Einblick in englische Popkultur und vor allem die Liebe junger britischer Männer für US-Acrionkino hat. Klar liegt man nicht falsch, wenn man HOT fuzz als zweiten Film des Teams von shaun of the dead bezeichnet, das diesmal eben nicht Zombie-, sondern Cop-Movies parodiert. Aber so richtig trifft das den Nerv nicht, denn um eine Insel-Variante von die nackte Kanone geht es hier nicht. Schon gar nicht erklärt man so den ureigenen Reiz dieser Geschichte eines ambitionierten Jungpolizisten, der von der Großstadt in das verschlafen-verbrechensfreie Nest Sandford versetzt wird. Will man hot fuzz wirklich verstehen und schätzen, sollte man einen Draht haben zu der Ahnenfolge der britischen Comedy, über die Pythons, Peter Cook, Dudley Moore, Peter Seilers bis zurück zu den moddrigen Ealing-Komödien; es schadet auch nicht, wenn man etwas anfangen kann mit den Kinks und deren Epigonen, die das Stocksteife in der englischen Lebensart nicht als Angriffsfläche, sondern als Qualität begreifen. Nichts anderes macht Regisseur Edgar Wright, der seine spießige Kleinstadtidylle eben nicht abschätzig parodiert, sondern liebevoll zeichnet – weshalb es dann so urkomisch ist, wenn sich Wright den Traum erfüllt, es krachen zu lassen wie in einem Michael-Bay-Film. Die Welten, die hier aufeinanderprallen, sind so unvereinbar, dass der Funke, der pubertäre Spaß, con AIR in die Welt von kalen der girls zu schicken, überspringen MUSS, wie albem sich der Film auch gebärden mag. Zu schön, wenn der beflissene Karriere-Cop in einer Reihe aberwitziger Szenen feststellen muss, dass die Uhren in Sandford wirklich anders ticken, und es dabei nicht nur mit einer Parade großartiger britischer Schauspieler von Timothy Dalton über Jim Broadbent bis Paddy Considine zu tun bekommt, sondern auch mit einem Serienmörder, grotesker Gewalt und einer Verschwörung, die man sehr clever von wicker man geklaut hat. All das, was Jungs Spaß macht, kurz gesagt- auch wenn die zwei im deutschen Verleih-Untertitel angekündigten „abgewichsten Profis“ nirgendwo zu finden sind. Die muss man in den USA suchen. Dies ist das Königreich. Und Simon Pegg und sein dicker Kumpel Nick Frost sind seine neuen Helden. start: 15.6.

Mit Simon Pegg, Nick Frost, Martin Freeman u.a. >» www.hotfuzz.com