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Jack Garratt Phase


Island/Universal

Wer schon vor seinem ersten Album mit so vielen Vorschusslorbeeren, allen voran dem ersten Platz der wichtigen BBC-Sound-Of-2016-Liste, bedacht wird, wie der 1991 im englischen Dorf Little Chalfont geborene Jack Garratt, kann die hochgesteckten Erwartungen eigentlich kaum noch erfüllen. Er steht damit praktisch automatisch in direkter Konkurrenz zu früheren Listengewinnern wie Adele, Sam Smith, Ellie Goulding und Years & Years.

Der bekennende Fan von Frank Ocean und Jack White macht seine Sache auf Phase trotzdem gut und liefert ein mehr als ordentliches Debüt ab, das allerdings nur in wenigen Momenten richtig überzeugt. Gekonnt kombiniert er auf den zwölf Songs Elektronik-Elemente mit klassischem Songwriting. Eine Mixtur, die nicht wirklich neu ist, der Jack Garratt aber zumindest bei Stücken wie „Chemical“ und „Synesthesia Pt. III“ die eine oder andere neue Nuance abgewinnt.

Stimmlich kann er jederzeit überzeugen, egal ob in normalen Tonlagen oder im Falsett. Das einzige wirkliche Problem der Platte lässt sich aber leider nicht wegdiskutieren: vieles auf PHASE klingt einfach zu vertraut. Gerade im Hinblick auf die letzten, sagen wir mal vier, fünf Jahre, hat sich vor allem in England, was die Verbindung von Songwriting und elektronischen Klängen angeht, viel getan.

Kooperation

So gesehen ist diese Produktion state of the art. Nicht mehr, nicht weniger. Aber um wirklich zu begeistern, fehlen einfach die Ausnahmesongs. Klar, Garratt legt sich bei Nummern wie „My House Is Your Home“ oder „The Love You’re Given“ mächtig ins Zeug, um möglichst authentisches Soul-Feeling rüberzubringen, aber das allein reicht einfach noch nicht aus, um ganz vorne mit dabei zu sein.


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