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Jens Lekman Life Will See You Now

Secretly Canadian/Cargo

von
Foto: Secretly Canadian/Cargo

Die drei Alben, die Jens Lekman zwischen 2004 und 2012 aufgenommen hat, sind makellos und deshalb so wertvoll, weil der Schwede seine Platten nicht „raushaut“, sondern vorsichtig dosiert. 2017 kehrt Jens Lekman mit seiner vierten Platte zurück, er weiß genau, wie wichtig es ist, 2016 durch perfekten Pop vergessen zu machen.

LIFE WILL SEE YOU NOW heißt die Platte, was wohl bedeutet: Keine Angst, keiner hat dich vergessen, das Leben kehrt zu dir zurück – wenn du nur bitte selbst wieder mit dem Leben beginnst. Ästhetisch sitzt Jens Lekman auf einer Insel mit Momus oder den Brüdern Herman Düne. Dort schreibt er auf Basis formvollendeter Popsongs küchenpsychologische Abhandlungen über abendliche Gebete, die Wahl des Parfüms oder Hochzeitspartys am äußersten Zipfel Frankreichs. Auf dem Albumcover seiner zweiten Platte sah Lekman wie der jüngere Bruder von Max Goldt aus, und es ist vorstellbar, dass der begnadete Kolumnist daheim diese Musik hört und sich denkt: „So klingt mein Weltbild.“

Jens Lekman hat Humor, mag das Drama. Aus Mücken macht er Elefanten, lässt diese dann im Porzellanladen aus und wundert sich, wie schnell alles kaputt gehen kann. Lieder wie „Our First Sight“ oder „What’s That Perfume That You Wear?“ führen die Pet Shop Boys ins Indie-Land, „Evening Prayer“ tut einfach so, als gäbe es Aztec Camera noch, „Postcard #17“ berichtet von Herzschmerz und Einsamkeit, „it’s fucking ridiculous“ singt er immer wieder. Es geht vieles schief in diesen Songs. Und doch ist alles gut.

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