Jill Scott
TO WHOM THIS MAY CONCERN
Blues Babe/Human ReSources/The Orchard (VÖ: 13.2.)
Nach elf Jahren Abwesenheit beweist die Poetin, wie sexy und zeitgemäß Soul klingen kann.
Ihr Debütalbum 2000 hieß noch WHO IS JILL SCOTT? – Soulfans muss sich Scott heute vermutlich nicht mehr vorstellen, allerdings nach ein paar Jahren ohne neue Veröffentlichungen (sie war auf Tour, kooperierte mit anderen Musiker*innen und reüssierte als Fernsehproduzentin, Schauspielerin und nicht zuletzt auch als Poetin, ihre erste große Liebe) vielleicht wieder in Erinnerung rufen. Also heißt ihr sechstes Album, das erste seit WOMAN von 2015, ganz understated TO WHOM THIS MAY CONCERN.
Und es sollte viele concernen, denn Jill Scott zeigt ganz lässig, wie zeitgemäßer Soul klingen kann: sexy, politisch, ironisch, selbstbewusst. Scott singt von Schwarzer Geschichte, von Diversität, von Gewalt, von Lust, von wirtschaftlichen und sozialen Zwängen, und von ihrer Selbstermächtigung. Und bekommt dabei Unterstützung von so illustren Gästen wie den Rapper:innen Tierra Whack, Ab Soul oder Too $hort, dem Produzenten DJ Premier oder Jazzmusiker Trombone Shorty.
Dabei klingen die Songs aber immer vor allem nach: Jill Scott. Und vor allem klingen sie so fresh und so relevant, wie es viele jüngere Soulmusiker:innen nicht schaffen.
Diese Review erscheint im Musikexpress 3/2026.



